Die
Rosenkreuzer-Weltanschauung

von Max Heindel




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Blutmischung in der Ehe

   Christus kam, um die Befreiung der Menschheit von der Führung der trennenden Rassen und Familiengeister vorzubereiten und die ganze menschliche Familie in einer universalen Bruderschaft zu vereinigen.

   Er lehrte, daß "Abrahams Same" sich nur auf die Körper beziehe, und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß, ehe Abraham lebte, das "Ich", das Ego bestand. Der dreifache individuelle Geist hatte sein Dasein vor allen Stämmen und Rassen und wird bleiben, wenn sie vergangen sind und selbst die Erinnerung an sie nicht mehr besteht.

   Der dreifache Geist (spirit) im Menschen, das Ego, ist der innewohnende Gott, dem der persönliche körperliche Mensch gehorchen lernen muß. Darum sagt Christus, daß, wer sein Jünger sein wolle, alles verlassen müsse, was er besitze. Seine Lehre weist auf die Befreiung des Gottes im Inneren. Er ruft den Menschen auf, sein Vorrecht als Individuum auszuüben und sich über Familie, Stamm und Nation zu erheben. Er soll Verwandtschaft und Heimat nicht mißachten. Er muß alle Pflichten erfüllen. Er muß jedoch aufhören, sich nur mit einem Teil der Menschheit zu identifizieren und eine ebenbürtige Verwandtschaft mit der gesamten Welt anerkennen. Das ist das Ideal, das der Menschheit von Christus gegeben wurde.

   Unter der Herrschaft des Rassengeistes wurde die Nation, der Stamm oder die Familie zuerst in Betracht gezogen, dann

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erst das Individuum. Die Familie mußte vollständig bleiben. Wenn ein Mann ohne Nachkommen zu hinterlassen starb, mußte sein Bruder, um seinen Namen fortzusetzen, der Witwe "Samen bringen", damit kein Aussterben erfolge (5. Mose 25,5-10). Eine Heirat außerhalb der Familie erregte in der ersten Zeit Entsetzen. Ein Mitglied eines Stammes konnte nicht mit einem anderen Stamm verbunden werden, ohne die Zugehörigkeit zu seinem eigenen zu verlieren.

   Es war nicht leicht, das Mitglied einer andern Familie zu werden. Nicht nur bei den Juden, sondern auch in anderen früheren Nationen war die Familie unantastbar. Sie ist es vielfach auch noch heute. Wie erwähnt, hingen die Schotten bis vor kurzem zäh an ihrer Sippe (1909), und die alten normannischen Wikinger wollten niemand in ihre Familie aufnehmen, ohne mit ihm das Blut zu mischen, denn die geistigen Wirkungen der Blutmischung, die der materiellen Wissenschaft unbekannt sind, waren früher bekannt.

   Alle diese Gewohnheiten entstanden aus der Tätigkeit des Rassen- und Stammesgeistes im Blut. Ein Mitglied aufzunehmen, in dem dieses gemeinsame Blut nicht floß, würde Verwirrung der Kaste hervorgerufen haben. Die Inzucht vergrößerte die Macht des Rassengeistes und verstärkte die Bande, die das Individuum an den Stamm knüpfte, weil die Lebenskraft des Menschen in seinem Blut liegt. Das Gedächtnis hängt innig mit dem Blut zusammen, das der höchste Ausdruck des Lebensleibes ist.

   Das Gehirn und das Nervensystem sind der höchste Ausdruck des Empfindungsleibes. Sie rufen Bilder der Außenwelt hervor, doch in der mentalen Vorstellung, in der Imagination, übermittelt das Blut den Stoff für die Bilder. Darum fließt, wenn die Gedanken tätig sind, das Blut in den Kopf.

   Wenn derselbe unvermittelte Blutstrom durch Generationen in einer Familie fließt, werden dieselben Vorstellungen, die vom Urgroßvater, vom Großvater und vom Vater gebildet

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wurden, auch vom Sohn durch den Familiengeist, der im Hämoglobin des Blutes lebt, gepflegt. Er sieht sich selbst als die Fortsetzung einer langen Reihe von Vorfahren, die in ihm leben. Er sieht alle Ereignisse des vergangenen Lebens der Familie, wie wenn er dabeigewesen wäre, und wird sich seiner als Ego darum nicht bewußt. Er ist nicht nur "David", sondern "der Sohn Abrahams", nicht "Josef", sondern "der Sohn Davids".

   Von Menschen, die Träger eines solchen gemeinschaftlichen Blutes sind, sagt man, daß sie durch alle Generationen gelebt haben, denn durch das Blut hatten ihre Nachkommen Zutritt zum Gedächtnis der Natur, in dem der Bericht über die Ereignisse aus dem Leben ihrer Vorfahren aufbewahrt wurde. Aus diesem Grund stellt das fünfte Kapitel der Genesis fest, daß die Patriarchen durch Jahrhunderte lebten. Adam, Methusalem und die anderen Patriarchen erreichten nicht persönlich ein so hohes Alter, doch lebten sie im Bewußtsein ihrer Nachkommen, welche das Leben ihrer Vorfahren sahen, wie wenn sie es selbst gelebt hätten. Nach dem Ablauf dieser Periode dachten die Nachkommen von sich nicht mehr als von Adam oder Methusalem. Das Gedächtnis dieser Vorfahren verblaßte, und so hieß es, sie seien gestorben.

   Die "zweite Sicht" der schottischen Hochlandbewohner zeigt, daß das Bewußtsein der inneren Welt durch die Sippenheirat bewahrt bleibt. Sie heirateten bis in die jüngste Zeit innerhalb der Sippe, ebenso die Zigeuner, die immer innerhalb ihres Stammes heiraten. Je kleiner der Stamm, je enger die Inzucht, desto deutlicher das "Hellsehen".

   Die früheren Rassen hätten nicht gewagt, den Anordnungen, die vom Gott des Stammes ausgingen, zu widerstreben oder außerhalb des Stammes zu heiraten, sie hätten auch gar keine Neigung dazu gehabt, dies zu tun, da sie keinen eigenen Intellekt besaßen.

   Die ursprünglichen Semiten waren die ersten, die den Willen entwickelten, und sie heirateten sogleich die Frauen

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anderer Stämme. So durchkreuzten sie zeitweilig die Absichten ihres Rassengeistes und wurden sofort als Übeltäter ausgestoßen, da sie fremden Götzen dienten und sich somit als ungeeignet erwiesen, den "Samen" für die sieben Rassen unserer gegenwärtigen arischen Epoche zu geben. Die ursprünglichen Semiten waren in der damaligen Zeit die letzte Rasse, um deren Absonderung sich der Rassengeist bemühte.

   Später erhielt der Mensch freien Willen. Die Zeit war gekommen, in der er für die Individualisation vorbereitet werden sollte. Das frühere allgemeine Bewußtsein, die unwillkürliche Hellsichtigkeit oder das zweite Gesicht, vermittelte den Angehörigen eines Stammes beständig das Lebensbild seiner Vorfahren. Das verursachte in ihm das Gefühl der innigen Verbundenheit mit seiner Familie oder seinem Stamm. Dieses sollte für eine bestimmte Zeit durch ein ausgeprägtes individuelles Bewußtsein ersetzt werden, das auf die materielle Welt beschränkt blieb. Und so sollten die Nationen in Individuen aufgegliedert werden, um dadurch, ohne Unterschied äußerlicher Umstände, die Bruderschaft der Menschen zu ermöglichen. Hier wurde dasselbe Prinzip verfolgt, wie bei dem Wunsch, mehrere Gebäude in ein einziges zu vereinigen. Sie müssen vorerst in einzelne Ziegel zerlegt werden, bevor der Bau beginnen kann.

   Um diese Trennung der Nationen in Individuen zu erreichen, wurden Gesetze erlassen, die Sippen- oder Familienheiraten verpönten. Nun wurden Heiraten unter Verwandten streng verurteilt. So wurde in alle Familien der Erde fremdes Blut eingeführt, das nach und nach die unwillkürliche Hellsichtigkeit verwischte, die durch das Sippengefühl gefördert worden war, das die Menschheit in Gruppen schied. Dem Patriotismus folgt der Altruismus, und als Folge der Blutmischung schwindet das Gefühl der Familienzugehörigkeit.

   Kürzlich entdeckte die Wissenschaft (1909), daß bei einer Bluttransfusion zwischen zwei verschiedenartigen Wesen der

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Tod des niederen der beiden durch Blutzersetzung verursacht wird. So stirbt jedes Tier, dem man menschliches Blut zuführt. Das Blut eines Hundes, das man in die Venen eines Vogels überträgt, tötet den Vogel, der Hund jedoch wird durch die Einflößung des Vogelblutes in seine Adern nicht verletzt. Die Wissenschaft stellt hier nur eine Tatsache fest. Der Okkultist gibt auch den Grund dafür an.

   Wie schon an anderer Stelle gezeigt wurde, ist das Blut das Arbeitsfeld für den Geist (spirit). Das Ego im Menschen arbeitet in seinen eigenen Trägern durch die Wärme des Blutes. Der Rassen-, Familien- oder Gemeinschaftsgeist hingegen gewinnt den Eintritt in das Blut durch die Luft, die wir einatmen. In den Tieren befindet sich der eigene Geist des Tieres sowie der Gruppengeist der Art, dem das Tier angehört. Der Geist des Tieres jedoch ist nicht individualisiert und arbeitet auch nicht selbstbewußt in seinen Trägern wie das Ego; es wird daher vollständig vom Gruppengeist beherrscht, der in seinem Blut arbeitet.

   Wenn das Blut eines höheren Tieres in die Adern einer niederen Art eingeflößt wird, ist der Geist im Blut des höheren Tieres selbstverständlich stärker als der des niederen Tieres. Wenn der Geist sich daher zu behaupten sucht, tötet er die fesselnde Form und befreit sich. Wenn jedoch das Blut einer niederen Art in die Adern einer höheren Art eingeflößt wird, so ist der höhere Geist fähig, den weniger entwickelten Geist im fremden Blut auszutreiben und das Blut seinem eigenen Gebrauch anzupassen. Dann erfolgt keine sichtbare Katastrophe.

   Der Gruppengeist ist immer darauf bedacht, die Unantastbarkeit der unter seiner Aufsicht befindlichen Art zu erhalten. Wie der menschliche Rassengott widersteht er der Heirat seiner Untertanen mit anderen Arten und sucht die Sünden der Väter an den Kindern heim, wie wir dies im Beispiel der Bastardtiere sehen. Wenn z.B. ein Pferd und ein Esel ein Maultier erzeugen, so zerstört die Mischung des fremden Blutes die Fortpflanzungsfähigkeit, damit sich die Kreuzung,

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die vom Standpunkt des Gruppengeistes verabscheuenswert ist, nicht fortsetzen kann, denn das Maultier selbst steht nicht so fest unter der Herrschaft des Gruppengeistes der Pferde oder des Gruppengeistes der Esel, wie dies bei einer reinen Zucht der Fall wäre. Sie sind jedoch auch nicht so weit von ihrer Herrschaft entfernt, um ihrem Einfluß ganz entrückt zu sein.

   Wenn zwei Maultiere sich fortpflanzen könnten, so stünden ihre Nachkommen in einem noch geringeren Maß unter dem Einfluß irgend eines dieser Gruppengeister, und so entstünde eine neue Art OHNE EINEN GRUPPENGEIST.

   Das wäre eine Anomalie in der Natur, eine Unmöglichkeit, bevor sich nicht die Tiergeister ausreichend entwickelt haben, um unabhängig zu sein. Eine solche Art wäre, wenn sie hervorgebracht werden könnte, ohne den führenden Instinkt, welcher in Wahrheit der Antrieb des Gruppengeistes ist, wie eine Schar von Kücken, die vor der Geburt aus dem Ei genommen sind. Sie wären hilflos und müßten umkommen.

   Da es der Gruppengeist ist, der die verschiedenen Tiere zur Verkörperung entsendet, hält er einfach das befruchtende Keimatom zurück, wenn sie von weitentfernten Arten gekreuzt werden. Er gestattet zwar einem seiner Pflegebefohlenen, wenn Tiere von ungefähr derselben Natur gepaart wurden, die Gelegenheit zur Wiederverkörperung zu ergreifen, verwehrt jedoch den Bastarden, sich fortzupflanzen. So sehen wir, daß die Einführung fremden Blutes den Halt des Gruppengeistes schwächt. Er zerstört daher überall dort, wo er die Macht besitzt, die Form oder die Fortpflanzungsfähigkeit.

   Der menschliche Geist ist individualisiert, ist ein Ego und entwickelt freien Willen und Verantwortlichkeit. Das unwiderstehliche Gesetz von Ursache und Wirkung führt es zur Geburt, so daß es außerhalb des Einflusses des Rassen-, Gemeinschafts- oder des Familiengeistes steht und von diesem im gegenwärtigen Zustand der menschlichen Ent-

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wicklung von einer Inkarnation nicht zurückgehalten werden kann. Durch die Beimischung fremden Blutes, durch Heirat unter Menschen verschiedener Stämme oder Nationen, helfen die Führer der Menschheit ihm, den Familien-, Stamm- oder Nationalgeist aus dem Blut auszuscheiden. Damit schwindet natürlich auch die unwillkürliche Hellsichtigkeit, die durch die Unvermischtheit des Blutes bedingt ist, und durch die er an die Familientraditionen gebunden war. So sehen wir, daß durch die Blutmischung auch beim Menschen eine Fähigkeit zerstört wurde. Dieser Verlust jedoch war ein Gewinn, denn er hat die Energie des Menschen auf die materielle Welt gerichtet und er kann deren Lehren nun besser erfassen, als wenn er durch das Schauen der inneren Welten abgelenkt wäre.

   Als der Mensch befreit wurde, hörte er nach und nach auf, von sich als "Abrahams Same", "Stewart-Clan-Mensch", "Brahmane" oder einem "Leviten" zu denken; er lernt jetzt mehr von sich selbst als von einem Individuum, einem "Ich" zu denken. Je mehr er dieses "Selbst" pflegt, desto mehr befreit er sich vom Familien- und Rassengeist in seinem Blut, und um so mehr wird er ein sich selbst genügender Bürger dieser Welt.

   Es werden viele närrische, ja sogar gefährliche Reden über das Aufgeben des Selbst für das Nicht-Selbst geführt. Nur wenn wir ein "Selbst" entwickelt haben, können wir uns selbst opfern und es für das GANZE aufgeben. Solange wir nur unsere eigene Familie und unser Volk lieben können, sind wir unfähig, andere zu lieben. Wir werden durch die Fesseln von Verwandtschaft und Vaterland gebunden. Wenn wir uns selbst erkennen, die Fesseln des Blutes gesprengt und gelernt haben, uns selbst zu behaupten, dann können wir selbstlose Helfer der Menschheit werden.

   Wenn ein Mensch diesen Standpunkt erreicht hat, wird er finden, daß er, statt seine Familie verloren zu haben, alle Familien der Welt gewonnen hat, denn sie werden seine Brüder und Schwestern, seine Väter und Mütter, um beizustehen und zu helfen.

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   Dann wird er den Blick für die inneren Welten wiedergewinnen, den er durch die Blutmischung verlor. Dieses Schauen jedoch wird eine höhere Fähigkeit, eine intelligente, willkürliche Hellsichtigkeit sein, durch die er das sehen kann, was er will. Es ist nicht mehr die negative Fähigkeit, die seinem Blut durch den Familiengeist eingeprägt wurde und die ihn unter Ausschluß aller anderen Familien an die Familie band. Sein Sehen wird allumfassend sein und dem Wohl der Menschheit dienen.

   Darum wurden Einheiraten in andere Stämme und später internationale Heiraten nach und nach als erwünscht angesehen und wurden so den Heiraten im Kreise der Verwandten vorgezogen.

   Als der Mensch diese Stadien durchlief und nach und nach die Fühlung mit den inneren Welten verlor, grämte er sich über diesen Verlust und sehnte sich nach einer Rückkehr der "inneren" Schau. Doch mit der Zeit vergaß er seine Herkunft, und nach und nach spiegelte sich die materielle Welt als die einzige Wirklichkeit sichtbar vor seinem Intellekt. Endlich verlor er die Idee des Bestehens dieser inneren Welten ganz, so daß er nun einen Glauben an diese für einen närrischen Aberglauben hält.

   Die vier Ursachen dafür waren:

   1.Die Klärung der nebeligen Atmosphäre von Atlantis.

   2.Der Einzug des Lebensleibes in den dichten Körper, so daß ein Punkt an der Nasenwurzel mit einem ähnlichen Punkt des Lebensleibes übereinstimmt.

   3.Die Ausschaltung der Inzucht und deren Ersatz durch Heiraten außerhalb der Familie und des Stammes.

   4.Der Gebrauch von Betäubungsmitteln.

   Noch lebt der Rassengeist im Menschen und arbeitet mit ihm. Je fortgeschrittener jedoch die Nation ist, um so mehr erhält der einzelne Mensch seine Freiheit. In Ländern, deren Völker am stärksten gefesselt sind, ist der Rassengeist noch am mächtigsten. Je mehr der Mensch mit dem Gesetz der Liebe harmoniert, je höher seine Ideale sind, um so mehr

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befreit er sich vom Rassengeist. Patriotismus, der an und für sich gut ist, ist eine Fessel des Rassengeistes. Das Ideal der universellen Bruderschaft, die sich weder an Land noch Rasse bindet, ist der einzige Weg, der zur Befreiung führt. Christus kam, um die getrennten Rassen durch Bande des Friedens und guten Willens zu vereinigen, worin alle willig und bewußt dem Gesetz der Liebe folgen.

   Das gegenwärtige Christentum ist nicht einmal ein Schatten der wahren Religion Christi. Diese wird in der Verborgenheit bleiben, bis alles Rassengefühl überwunden worden ist. In der sechsten Epoche wird es nur noch eine Weltbruderschaft unter der Führung des wiedergekehrten Christus geben, doch kein Mensch weiß Tag und Stunde dieses Geschehens, denn der Zeitpunkt dafür ist nicht festgesetzt. Er hängt davon ab, wie viele Menschen begonnen haben, ein Leben der Gemeinschaft und Liebe zu leben, welches das Kennzeichen des neuen Zeitalters ist.

Der Fall des Menschen

   In Verbindung mit der Analyse der Genesis müssen noch ein paar Worte über "den Fall" hinzugefügt werden, der das Rückgrat und die Stütze des populären Christentums bildet. Hätte es keinen "Fall" gegeben, so hätte es auch keines "Erlösungsplanes" bedurft.

   Als in der Mitte der lemurischen Epoche die Trennung des Geschlechtes erfolgte (wobei Jehova und seine Engel tätig waren), begann das Ego allmählich am dichten Körper zu arbeiten und darin Organe zu bauen. Damals war der Mensch noch nicht das vollwache, bewußte Geschöpf, das er heute ist; er erbaute aber, wie früher bereits beschrieben wurde, durch die Hälfte der Geschlechtskraft ein Gehirn, um durch dessen Hilfe Gedanken ausdrücken zu können. Er war in der geistigen Welt wacher als in der physischen Welt. Er konnte seinen Körper kaum wahrnehmen und war sich des Zeugungsaktes nicht bewußt. Die Feststellung der Bibel, daß der Mensch in Schlaf versetzt wurde, um zu gebären, ist richtig.

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Mit der Geburt waren keine Beschwerden verbunden, und, da er sich seiner physischen Umgebung kaum bewußt war (wegen seines außerordentlich schwachen Bewußtseins bezüglich seiner physischen Umgebung), wußte er auch nichts vom Verlust seines dichten Körpers durch den Tod, oder von seinem Eintritt in einen neuen Körper durch die Geburt.

   Man wird sich daran erinnern, daß die luziferischen Geister ein Teil der Menschheit der Mondperiode waren. Sie sind die Nachzügler der Lebenswoge der Engel und sind zu weit fortgeschritten, um eines dichten physischen Körpers zu bedürfen; sie benötigten jedoch für den Erwerb von Erkenntnissen ein inneres Organ. Außerdem konnten sie durch ein physisches Gehirn arbeiten, was die Engel oder Jehova nicht konnten.

   Diese Geister traten in das Rückgrat und in das Gehirn des Menschen ein und sprachen zur Frau, deren Vorstellungskraft, wie an anderer Stelle erklärt wurde, durch die Erziehung in der lemurischen Rasse angeregt worden war. Da ihr Bewußtsein hauptsächlich innerlich war, hatte sie von ihnen ein Bildbewußtsein und sah sie als Schlangen, weil sie durch das schlangenartige Rückenmark in ihr Gehirn eingetreten waren.

   Das Training der Frauen beinhaltete auch das Beobachten der gefährlichen Heldentaten und Kämpfe der Männer, welche sie zur Entwicklung des Willens ausübten. In diesen Kämpfen wurden die Körper notgedrungen oftmals getötet. Das schwache Bewußtsein von etwas Ungewöhnlichem versetzte die Vorstellungskraft der Frau in Tätigkeit, und sie wunderte sich, warum sie diese eigenartigen Dinge sah. Sie war sich des lebendigen Geistes jener, die ihren Körper verloren hatten, wohl bewußt. Da sie aber nicht fähig war, die physische Welt vollkommen zu erfassen, gelang es ihr nicht, die Freunde zu erkennen, deren dichte Körper zerstört worden waren.

   Die luziferischen Geister lösten das Problem, indem sie ihr die Augen öffneten. Sie offenbarten ihr ihren eigenen Körper sowie den des Mannes und lehrten sie, wie sie den Tod durch Erschaffung neuer Geschöpfe überwinden könnten. So

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konnte der Tod sie nicht berühren, denn, wie Jehova, konnten sie nach Belieben erschaffen.

   Luzifer öffnete die Augen der Frau. Sie suchte die Hilfe des Mannes und öffnete seine Augen. Deshalb, wenn auch noch auf eine schwache Weise, "wußte" sie oder wurde eines anderen und auch der physischen Welt gewahr. Sie wurden sich der Schmerzen und des Todes bewußt. Auf diese Weise lernten sie den inneren Menschen von dem äußerlichen Gewand, das er trägt, zu unterscheiden, und daß er dieses Kleid in jener Häufigkeit wechselt, wie ein neuer Schritt in der Entwicklung das erfordert. So hörten sie auf, Automaten zu sein, und wurden auf Kosten der Freiheit von Schmerz, Krankheit und Tod freidenkende Wesen.

   Daß das Verspeisen einer Frucht, als Symbol für den Zeugungsakt, kein weithergeholtes Bild ist, wird durch die Feststellung Jehovas gezeigt (sie ist durchaus kein Fluch, sondern einfach eine Feststellung der Folgen, die diese Handlung haben würde). Er verkündete den Menschen, daß sie sterben, und daß die Frauen ihre Kinder in Schmerzen gebären würden. Er wußte, daß, nachdem die Aufmerksamkeit des Menschen auf seinen dichten Körper gelenkt worden war, er sich auch seines Verlustes durch den Tod bewußt werden würde. Er wußte auch, daß der Mensch nicht weise genug war, um seine Leidenschaften zu zügeln und den geschlechtlichen Verkehr durch die Stellung der Planeten zu regeln. Er wußte, daß Schmerz beim Gebären die Folge eines unverständigen Mißbrauchs der Geschlechtstätigkeit sein mußte.

   Für die Bibelausleger war es immer ein Rätsel, welche Verbindung wohl zwischen dem Essen einer Frucht und dem Gebären von Kindern bestehen könne. Wenn wir aber verstehen, daß das Essen der Frucht ein Symbol für den Zeugungsakt ist, durch den der Mensch "gottähnlich" (like God) wird, da er seine Gattung erkennt und dadurch fähig ist, neue Geschöpfe zu erzeugen, so ist die Lösung einfach.

   Im späteren Teil der lemurischen Epoche, als sich der Mensch das Vorrecht anmaßte, den Zeugungsakt auszuführen

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wann immer er wollte, war es sein machtvoll gewordener Wille, der es ihm ermöglichte, es zu tun. Durch das Essen der "Frucht vom Baum der Erkenntnis" zu jeder beliebigen Zeit, war er fähig, einen neuen Körper zu schaffen, wenn er seinen alten Träger verlor.

   Gewöhnlich denken wir vom Tod als von etwas, das zu fürchten ist. Hätte der Mensch auch vom "Baum des Lebens gegessen", hätte er gelernt, seinen Körper beständig zu erneuern, so wäre ein schlimmerer Zustand die Folge gewesen. Wir wissen, daß unsere heutigen Körper noch nicht vollkommen sind, und in jenen Zeiten waren sie außerordentlich primitiv. Darum war die Besorgnis der schöpferischen Hierarchien wohl begründet, daß der Mensch auch vom Baum des Lebens essen könnte und so fähig würde, seinen Lebensleib zu erneuern. Hätte er es getan, so wäre er tatsächlich unsterblich geworden; jedoch hätte er sich nicht weiterentwickeln können. Die Evolution des Ego hängt von seinen Trägern ab. Wenn es durch Tod und Geburt nicht neue und bessere erlangen könnte, so müßte ein Stillstand eintreten. Es ist ein okkulter Grundsatz, daß, je öfter wir sterben, wir um so besser leben. Jede neue Geburt gibt uns eine neue Möglichkeit.

   Wir sahen, daß das Gehirnwissen mit seiner Begleiterscheinung der Selbstsucht, vom Menschen auf Kosten der Kraft, aus sich selbst und allein zu gebären, erlangt wurde. Er bezahlte seinen freien Willen mit Schmerz und Tod. Wenn der Mensch aber lernt, seinen Intellekt zum besten der Menschheit zu verwerten, wird er geistige Macht über das Leben gewinnen und außerdem von einer inneren Erkenntnis geleitet werden, die so weit über dem gegenwärtigen Hirnbewußtsein steht, wie dieses dem niedersten Tierbewußtsein überlegen ist.

   Der Fall in die Zeugung war notwendig, um das Gehirn zu erbauen. Das war aber bestenfalls nur ein indirekter Weg zur Erlangung von Erkenntnissen. Diesem Zustand wird ein unmittelbares Verstehen der Weisheit der Natur folgen. Dann wird der Mensch diese Weisheit ohne Zusammenwirken mit einem anderen zur Erschaffung neuer Körper verwenden können. Der Kehlkopf wird wieder "das verlorene Wort", das

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"schöpferische Fiat" sprechen, das unter der Führung von großen Lehrern im alten Lemurien zur Erschaffung von Pflanzen und Tieren verwendet wurde.

   Der Mensch wird in Wahrheit ein Schöpfer werden. Nicht in der langsamen und mühevollen Art unserer Tage, doch durch die Anwendung des rechten Wortes oder der magischen Formel wird er fähig sein, einen Körper zu erschaffen. Alles, was sich während der absteigenden Periode der Involution manifestierte, bleibt bestehen, bis der entsprechende Punkt des aufsteigenden Bogens erreicht ist. Die gegenwärtigen Zeugungsorgane werden degenerieren und absterben. Das weibliche Organ existierte zuerst als unterscheidbares Körperteil und nach dem Gesetz, daß die ersten die letzten sein werden, wird es auch zuletzt verkümmern. Das männliche Organ wurde zuletzt abgeteilt und beginnt schon jetzt, sich vom Körper zu sondern. Diagramm 13 wird das veranschaulichen.

Diagramm 13: Der Anfang und das Ende des Geschlechtes

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ABSCHNITT 3

Die zukünftige Entwicklung des Menschen und die Einweihung

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Diagramm C: Die sieben Schöpfungstage

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XV. Christus und Seine Sendung

Die Entwicklung der Religion

   Im vorhergehenden Teil dieses Werkes erfuhren wir, wie die uns umgebende Außenwelt entstand, und wie der Mensch den komplizierten Organismus entwickelte, durch welchen er mit der Außenwelt in Verbindung steht. Wir haben auch in gewissem Maß die jüdische Rassenreligion studiert. Nun wollen wir zunächst die letzte und größte der göttlichen Maßnahmen zur Hebung der Menschheit betrachten, das Christentum, welches die Weltreligion der Zukunft sein wird.

   Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß der Mensch und seine Religionen sich in gleichem Grad Seite an Seite entwickelt haben. Die früheste Religion einer Rasse wird man immer so wild wie jenes Volk vorfinden, das durch sie beherrscht wird. Mit dem Fortschreiten der Völker werden auch ihre Religionen menschlicher und stehen somit in größerer Harmonie mit höheren Idealen.

   Aus dieser Tatsache haben die Materialisten den Schluß gezogen, daß keine Religion einen höheren Ursprung als der Mensch selbst besitzt. Ihre Forschungen in der frühen Geschichte haben zur Überzeugung geführt, daß der Mensch seinem Fortschritt gemäß auch seinen Gott zivilisierte und ihn nach seinem Ebenbild modernisierte.

   Dieser Schluß ist unvollständig, weil er nicht in Betracht zieht, daß der Mensch nicht der Körper, sondern ein innewohnender Geist (spirit) ist, ein Ego, das entsprechend dem Fortschritt der Evolution seinen Körper mit stetig zunehmender Leichtigkeit benutzt.

   Für den Körper gilt zweifelsohne das Gesetz "vom Überleben der Tauglichsten". Das Gesetz der Evolution des Geistes verlangt "Opfer". Solange der Mensch glaubt, daß

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"Macht Recht sei", gedeiht der Körper und wird stark, weil alle Hindernisse ohne Rücksicht auf andere aus dem Weg geschafft werden.

   Wenn der Körper alles wäre, so gäbe es nur eine Lebensmöglichkeit für den Menschen. Er wäre völlig unfähig, Rücksicht auf andere zu nehmen. Er würde mit Gewalt jedem Versuch widerstreben, sein Recht, das Recht des Stärkeren zu schmälern, denn dieses Recht wäre das einzig berechtigte vom Standpunkt des Gesetzes vom Überleben des Tauglichsten. Er wäre vollkommen rücksichtslos gegen seine Mitmenschen, vollkommen unempfindlich gegen jede von außen kommende Kraft, die darauf abzielte, ihn irgendwie von seinen augenblicklichen Vergnügen abzulenken.

   Es ist daher offenkundig, daß das, was den Menschen zu einer edleren Handlungsweise veranlaßt, aus seinem Inneren quellen muß, und zwar aus einer Quelle, welche nicht mit dem Körper identisch ist, denn sonst käme sie nicht in Widerstreit mit körperlichen Gelüsten und würde nicht des öfteren den Sieg über sie davontragen. Außerdem muß es eine stärkere Kraft als die körperliche sein, sonst könnte sie die Begierden nicht erfolgreich überwinden und würde den Menschen nicht veranlassen, für jene Opfer zu bringen, die physisch schwächer sind als er.

   Daß eine solche Kraft besteht, wird sicher niemand leugnen. Wir sind auf einer Entwicklungsstufe angelangt, auf der wir im physisch Schwächeren keine leichte Beute mehr sehen und den Gebrechlichen schützen. Die Selbstsucht wird langsam aber sicher durch den Altruismus ausgerottet.

   Die Natur führt ihre Absichten zuverlässig aus. Obschon langsam, ist der Vorgang geordnet und sicher. In der Brust eines jeden Menschen arbeitet diese Kraft des Altruismus wie Sauerteig. Sie wandelt den sogenannten Wilden zum zivilisierten Menschen und wird ihn mit der Zeit in einen Gott verwandeln.

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   Wenn auch rein Geistiges nicht voll mit dem Verstand erfaßt werden kann, so kann man ihm doch mindestens mit Hilfe eines Beispiels nahekommen.

   Wenn eine von zwei Stimmgabeln mit gleicher Schwingungszahl angeschlagen wird, so ruft der Klang in der anderen, vorerst schwach, dieselben Schwingungen hervor. Hört man nicht damit auf, die eine Stimmgabel anzuschlagen, wird die zweite stärker und stärker ertönen und schließ- lich eine Klangstärke entwickeln, welche der angeschlagenen gleichkommt. Das geschieht sogar, wenn die Gabeln mehrere Fuß voneinander entfernt sind, und selbst dann, wenn eine in ein Glas eingeschlossen wurde. Der Klang der angeschlagenen durchdringt das Glas, und das eingeschlossene Instrument gibt den Widerhall.

   Diese unsichtbaren Schallschwingungen haben über die konkrete Materie große Gewalt. Sie können sowohl aufbauen als auch zerstören. Wenn man eine geringe Menge von einem sehr feinen Pulver oder Sand auf eine Metall- oder Glasplatte streut und über die Ecke der Platte mit einem Geigenbogen streicht, so nimmt das Pulver schöne, geometrische Formen an. Auch die menschliche Stimme kann diese Figuren hervorrufen, und zwar immer dieselbe Figur für denselben Ton.

   Wenn auf einem Musikinstrument ein Ton oder eine Saite angeschlagen wird (eine Violine eignet sich dazu besser als ein Klavier, weil mehr Tonabstufungen erreicht werden können), kann schließlich ein Ton erreicht werden, welcher im tieferen Teil des Hinterkopfes des Hörers eine deutlich wahrnehmbare Schwingung hervorrufen wird. Sooft derselbe Ton angeschlagen wird, wird die Schwingung wieder empfunden werden. Dieser Ton ist der "Grundton" des Menschen, der ihn berührt. Wenn er langsam und besänftigend angeschlagen wird, baut er den Körper auf und regeneriert ihn, regt die Nerven an und stellt die Gesundheit wieder her; wenn er andererseits übermäßig stark angeschlagen wird, laut und anhaltend genug, so wird er so sicher wie eine Pistolenkugel töten.

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   Wenn wir nun das, was über die Musik und den Klang gesagt wurde, auf das Problem dieser inneren Kraft anwenden und betrachten, wie sie erweckt und gestärkt wird, können wir die Sache vielleicht besser verstehen.

   An erster Stelle wollen wir daran denken, daß die zwei Stimmgabeln eine vollkommen gleiche Tonhöhe hatten. Wäre das nicht der Fall gewesen, so hätten wir die eine bis zum jüngsten Tag anschlagen können, und die andere wäre stumm geblieben. Wollen wir uns das sorgfältig einprägen: Schwingungen können in einer Stimmgabel nur durch eine andere gleichgestimmte hervorgerufen werden. Jedes Ding oder jedes Wesen kann, wie oben festgestellt wurde, nur durch seinen eigenen Grundton berührt werden.

   Wir wissen, daß die Kraft des Altruismus besteht. Wir wissen auch, daß sie unter unzivilisierten Völkern weniger ausgesprochen zutage tritt, als unter fortgeschrittenen Menschen, und daß sie unter den niedersten Rassen beinahe vollkommen fehlt. Die logische Schlußfolgerung ist, daß es eine Zeit gab, in der sie völlig fehlte. Und folgerichtig müssen wir fragen: Was rief sie hervor?

   Die materielle Persönlichkeit hatte sicherlich nichts damit zu tun. Im Gegenteil, der persönliche Mensch fühlte sich ohne sie am wohlsten. Der Mensch muß die Kraft des Altruismus latent in sich gehabt haben, sonst hätte sie nicht erweckt werden können. Noch mehr: sie muß durch eine Kraft derselben Art erweckt worden sein, durch eine ähnliche Kraft, die bereits in Tätigkeit war, so wie die zweite Stimmgabel in Schwingungen versetzt wurde, nachdem die erste in Schwingung gebracht worden war.

   Wir sahen auch, daß die Schwingungen in der zweiten Stimmgabel unter den andauernden Klangeinwirkungen der ersten Stimmgabel stärker und stärker wurden, und daß das Glasgefäß kein Hindernis für die Induktion des Klanges war. Unter der fortgesetzten Einwirkung einer Kraft ähnlich der, wie sie im Menschen besteht, hat die Liebe Gottes zu ihm

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die Kraft des Altruismus erweckt und vermehrt unablässig ihre Wirksamkeit.

   Daher ist es vernunftgemäß und logisch anzunehmen, daß es anfänglich nötig war, dem Menschen eine Religion zu geben, die seiner Unwissenheit entsprach. In seinem anfänglichen Zustand wäre es vergebens gewesen, ihm von einem Gott zu sprechen, der ganz Mitgefühl und Liebe ist. Von seinem Gesichtspunkt aus wären diese Attribute Schwächen gewesen, und man hätte vom Menschen nicht erwarten können, daß er einem Gott gehorcht, der für ihn verächtliche Eigenschaften besitzt. Der Gott, dem er gehorchte, mußte ein starker Gott sein, ein Gott, den er fürchtete, ein Gott, der den Donnerkeil schwingen und den Blitzstrahl zücken konnte.

   So wurde der Mensch zuerst veranlaßt, Gott zu fürchten, und erhielt Religionen, die sein geistiges Wohlbefinden unter dem Druck der Furcht fördern sollten.

   Der nächste Schritt mußte ihm eine Art Selbstlosigkeit einflößen. Der Mensch wurde veranlaßt, etwas von seinen weltlichen Gütern aufzugeben, zu opfern. Das wurde dadurch erreicht, daß er den Stamm- oder Rassengott erhielt, der ein eifersüchtiger Gott war. Er forderte den strengsten Gehorsam sowie Opfer an Besitz, welcher vom aufstrebenden Menschen hoch geschätzt wurde. Andererseits war dieser Rassengott ein Freund und mächtiger Bundesgenosse. Er lenkte die Schlachten und gab ihm die Schafe, Ochsen und Feldfrüchte, die er opferte, vielfältig zurück. Der Mensch hatte noch nicht den Zustand erreicht, in dem er verstehen konnte, daß alle Kreatur gleich ist, doch der Stammesgott lehrte ihn, daß er mit den Brüdern seines Stammes barmherzig verfahren müsse, und gab ihm Gesetze, die Gerechtigkeit und rechtliches Handeln zwischen allen Rassenangehörigen forderten.

   Man darf nicht annehmen, daß diese Schritte leicht gemacht waren, oder daß sie nicht auf Widerstand und Ungehorsam von Seiten des einfachen Menschen stießen. Selbstsucht ist bis zu diesem Tag in der niederen Natur eingewur-

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zelt, und es werden wohl viele Unterlassungen und Rückfälle vorgekommen sein. Das Alte Testament (the Jewish Bible) gibt uns gute Beispiele, wie der Mensch Gottes Gebote vergaß und vom Stammesgott geduldig und beharrlich immer und immer wieder "angestachelt" werden mußte. Nur die Heimsuchungen eines geduldigen Rassengeistes waren damals mächtig genug, ihn zum Gesetz zurückzubringen, zu dem Gesetz, dem zu gehorchen bisher sehr wenige Menschen gelernt haben.

   Trotz allem gibt es aber immer Pioniere, die nach etwas Höherem verlangen. Wenn sie zahlreich genug sind, wird ein neuer Schritt in der Evolution unternommen, so daß immer verschiedene Entwicklungsstufen bestehen. Vor ungefähr 2000 Jahren brach eine Zeit an, in der die Fortgeschrittensten der Menschheit eines weiteren Schrittes bedurften und eine Religion empfangen konnten, die verlangte, daß sie ein gutes Leben führen sollten, um dafür in einem zukünftigen Dasein, an das sie glauben mußten, belohnt zu werden.

   Dies war ein langer und schwieriger Schritt, der getan werden mußte. Es war verhältnismäßig leicht, ein Schaf oder einen Ochsen in den Tempel zu bringen und sie zu opfern. Wenn ein Mensch die Erstlinge seiner Ernte, seines Weinberges oder seiner Herden darbrachte, so glaubte er, daß der Stammesgott seine Speicher wieder füllen und ihm zur Belohnung mehr als er gab zurückerstatten würde. Aber auf diesem neuen Weg ging es nicht darum, seine Güter zu opfern, vielmehr wurde verlangt, sich selbst zu opfern. Das war nicht gleichzustellen mit einer Opferung, dargebracht durch eine höchst märtyrerhafte Tat. Auch das wäre noch verhältnismäßig leicht gewesen.

   Statt dessen wurde verlangt, daß man Tag für Tag, vom Morgen bis zum Abend barmherzig gegen alle sein müsse. Man müsse die Selbstsucht ablegen und seinen Nächsten ebenso lieben, wie man gewöhnt war, sich selbst zu lieben. Außerdem wurde nicht einmal eine unmittelbare und sichtbare Belohnung versprochen, sondern man mußte an ein zukünftiges Glück glauben.

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   Ist es verwunderlich, daß die Menschen es schwer finden, dieses hohe Ideal unausgesetzten rechten Handelns zu verwirklichen, das doppelt erschwert wird, weil das eigene Interesse vollständig beiseite gelassen werden muß? Man verlangt Opfer und bietet keine Versicherung irgend einer Belohnung. Gewiß spricht es sehr für die Menschheit, daß solchem Altruismus immer nachgestrebt wird, und daß er immer mehr zunimmt. Die weisen Führer, die wohl wußten, wie schwach der Menschengeist im Kampf mit den selbstsüchtigen Instinkten des Körpers war, und wie groß auch die Gefahr der Verzweiflung angesichts solcher Verhaltensregeln war, gaben den Menschen einen erhebenden Impuls. Sie flochten in die neue Religion die Lehre des "stellvertretenden Sühneopfers" ein.

   Von einigen sehr fortgeschrittenen Philosophen, die sich allein auf das Gesetz der "Ursache und Wirkung" berufen, wird diese Idee verächtlich abgewiesen. Sollte der Leser diesen Philosophen zustimmen, so bitten wir ihn, die folgende Erklärung anzunehmen, welche beweisen soll, daß beide Anschauungen sich in den Entwicklungsplan einfügen. Es genügt, wenn gesagt wird, daß jetzt die Lehre vom Sühneopfer vielen ernsten Seelen trotz wiederholter vergeblicher Versuche, ihre niedere Natur zu unterwerfen, den Mut zum Kampf gibt.

   Man erinnere sich, daß aus Gründen, welche vorher erwähnt wurden, als vom Gesetz der Wiedergeburt und der Ursache und Wirkung die Rede war, die westliche Mensch- heit praktisch nichts von diesen Gesetzen wußte. Angesichts eines so hohen Ideals, wie Christus es vorlebte, und im Wahn, daß sie nur ein paar Jahre Zeit hätten, um einen so hohen Grad der Vollkommenheit wie diesen zu erlangen, wäre es die größte Grausamkeit gewesen, sie ohne Hilfe zu lassen. Darum wurde DAS GROSSE OPFER auf Golgatha, wenn es auch anderen Zwecken diente, wie gezeigt werden wird, mit Recht die Hoffnungsfackel für jede ernste Seele, die danach strebt, das Unmögliche zu vollbringen: in einem kurzen Leben die Vollkommenheit zu erlangen, welche von der christlichen Religion verlangt wird.

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Jesus und Christus-Jesus

   Um etwas Einblick in das große Mysterium von Golgatha zu gewinnen und die Mission Christi als des Begründers der allgemeinen Weltreligion der Zukunft verstehen zu können, müssen wir natürlich zuallererst mit seiner wahren Natur vertraut werden und auch mit der wahren Natur Jehovas, der das Haupt der Rassenreligionen, wie des Taoismus, des Buddhismus, des Hinduismus, Judaismus usw. ist. Ebenso befassen wir uns auch mit der Identität "des Vaters", dem Christus einst das Reich übergeben soll. Im christlichen Glaubensbekenntnis finden wir folgenden Satz: "Jesus Christus, der eingeborene Sohn Gottes." Dies wird gewöhnlich so verstanden, daß eine gewisse Person, die vor ungefähr 2000 Jahren in Palästina erschien und von der man als Jesus Christus spricht, ein bestimmtes Individuum, der eingeborene Sohn Gottes war.

   Das ist ein großer Fehler. In diesem Satz sind drei gesonderte und grundverschiedene Wesen charakterisiert. Es ist von großer Wichtigkeit, daß der Schüler die genaue Natur dieser drei großen und erhabenen Wesen erkennt, die an Herrlichkeit weit unterschieden sind, von denen aber jedes Anspruch auf unsere tiefste und ergebenste Verehrung hat.

   Der Schüler wird gebeten, sich Diagramm 6 anzusehen und darauf zu achten, daß "Der Eingeborene" (das "Wort", von dem Johannes spricht) der zweite Aspekt des Höchsten Wesens ist.

   Dieses "Wort", und nur dieses allein "ist von seinem Vater (dem ersten Aspekt) vor allen Welten hervorgegangen". "Ohne dasselbe ist nichts erschaffen, was erschaffen ist", auch nicht der dritte Aspekt des Höchsten Wesens, der aus den beiden anderen hervorging. Darum ist der "Eingeborene" das erhabene Wesen, welches über allem im Universum steht, ausgenommen dem Kraft-Aspekt, der es schuf.

   Der erste Aspekt des Höchsten Wesens "denkt" oder stellt sich das Weltall vor, ehe die tätige Manifestation beginnt.

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Alles, die Millionen Sonnensysteme und auch die großen schöpferischen Hierarchien, welche die kosmischen Ebenen über unserem Entwicklungsfeld, der 7. Ebene bewohnen, sind darin eingeschlossen (siehe Diagramm 6). Dieser Aspekt ist auch die Kraft, die alles auflöst, was sich jenseits der Möglichkeit weiteren Wachstums kristallisiert hat und schließlich, wenn das Ende der tätigen Manifestation gekommen ist, in sich alles, was ist, aufnimmt bis zur Dämmerung einer anderen Manifestationsperiode.

   Der zweite Aspekt des Höchsten Wesens ist derjenige der Kräfte, die sich in der Materie als die Kräfte der Anziehung und der Kohäsion (des Zusammenhalts) äußern, gibt ihm so die Möglichkeit, Formen verschiedener Art zu bilden. Das ist "das Wort", "das schöpferische Fiat", welches die kosmische Urwurzelsubstanz in Formen verschiedenster Art in einer Weise modelliert, die, wie vorher erwähnt, der Erzeugung von Figuren durch musikalische Schwingungen ähnlich ist. Derselbe Ton bringt immer dieselbe Figur hervor. So brachte, dieses große Ur-WORT in der feinsten Materie all die verschiedenen Welten mit ihren Myriaden von Formen ins Dasein, es "sprach" sie ins Leben. Seither sind sie von den unzählbaren schöpferischen Hierarchien nachgeahmt und in allen Einzelheiten ausgebildet worden.

   "Das Wort" jedoch hätte dies nicht tun können, wenn nicht der dritte Aspekt des Höchsten Wesens die kosmische Wurzelsubstanz zuerst vorbereitet, sie aus ihrem normalen Zustand der Trägheit erweckt und die zahllosen ungetrennten Atome in eine um ihre eigene Achse rotierende Bewegung versetzt hätte; wenn er diese Achsen nicht in verschiedenen Winkeln gegeneinander gestellt und jede eine besondere "Schwingungszahl" erhalten hätte.

   Diese verschiedenen Neigungswinkel der Achsen und die Schwingungszahlen befähigten die kosmische Wurzelsubstanz, verschiedene Kombinationen zu formen, die Grundlage der sieben großen kosmischen Ebenen sind. In jeder dieser Ebenen besteht eine andere Neigung der Achsen und eine

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andere Schwingungszahl. Die Bedingungen und die Zusammensetzungen sind daher in jeder Ebene verschiedene, was der Aktivität des "Eingeborenen" zu verdanken ist.

   Diagramm 14 zeigt uns, daß:

   "Der Vater" der höchste Eingeweihte der Menschheit der Saturnperiode ist. Die Durchschnittsmenschheit dieser Periode sind jetzt die Herren des Intellekts.

   "Der Sohn" (Christus) ist der höchste Eingeweihte der Sonnenperiode. Die allgemeine Menschheit dieser Periode sind jetzt die Erzengel.

   "Der Heilige Geist" (Jehova) ist der höchste Eingeweihte der Mondperiode. Die Durchschnittsmenschheit dieser Periode sind jetzt die Engel.

   Dieses Diagramm zeigt uns auch die Träger dieser verschiedenen Arten von Wesen, und im Vergleich mit Diagramm 8 wird man ersehen können, daß ihre Körper oder Träger, die im Diagramm 14 keilförmig angedeutet werden, den Globen der Periode entsprechen, in der sie menschlich waren. Dies ist immer der Fall, soweit die allgemeine Menschheit in Betracht kommt, denn am Ende jeder Periode, in der irgendeine Lebenswoge als Menschheit individualisiert wird, behalten diese Wesen solche Körper zurück, die jenen Globen entsprechen, auf denen sie gewirkt haben.

   Andererseits haben die Eingeweihten Fortschritte gemacht, höhere Träger entwickelt und den Gebrauch eines niederen Trägers aufgegeben, sobald die Fähigkeit einen neueren und feineren zu gebrauchen, erworben wurde. Für gewöhnlich ist der niederste Träger eines Erzengels der Empfindungsleib. Doch Christus, welcher ja der höchste Eingeweihte der Sonnenperiode ist, benützt gewöhnlich den Lebensgeist als niedersten Träger und wirkt damit ebenso bewußt in der Welt des Lebensgeistes, wie wir dies in der physischen Welt tun. Der Schüler wird aufgefordert, diesen Punkt besonders zu beachten, da die Welt des Lebensgeistes die erste allumfassende Welt ist, wie im Kapitel über die Welten erläutert wurde.

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Diagramm 14: Die Träger der höchsten Eingeweihten und der gewöhnlichen Menschheit.

  

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   Sie ist die Welt, in welcher die Trennung aufhört und die Einheit sich zu verwirklichen beginnt, soweit sie unser Sonnensystem betrifft. Christus hat die Macht, einen Träger zu erschaffen und darin tätig zu sein, der von der niederen Art ist, wie der Empfindungsleib, welchen die Erzengel benützen. Tiefer jedoch kann Er nicht mehr hinuntersteigen. Die Bedeutung dessen werden wir sogleich sehen.

   Jesus gehört unserer Menschheit an. Wenn man den Menschen Jesus im Gedächtnis der Natur verfolgt, kann man ihn Leben für Leben wiederfinden, in welchen er unter verschiedenen Umständen, unter verschiedenen Namen, in verschiedenen Verkörperungen und in dieser Beziehung gleich anderen menschlichen Wesen, lebte. Das kann man bei Christus nicht tun. In Seinem Fall findet man nur eine Verkörperung.

   Deshalb darf man jedoch nicht annehmen, daß Jesus eine gewöhnliche Individualität gewesen sei. Er war ein Charakter mit besonders reinem Intellekt (mind), welcher der Mehrheit unserer gegenwärtigen Menschen bei weitem überlegen war. Durch viele Leben hindurch hatte er den Pfad der Heiligkeit betreten und sich so der größten Ehre als würdig erwiesen, welche jemals einem menschlichen Wesen zuteil wurde.

   Seine Mutter, die Jungfrau Maria, war auch ein Charakter von größter menschlicher Reinheit und wurde daher auserwählt, um die Mutter des Jesus zu werden. Sein Vater war ein hoher Eingeweihter, rein und fähig, den Akt der Befruchtung als Sakrament und ohne jede persönliche Begierde oder Leidenschaft auszuüben.

   So wurde der schöne, reine, liebreiche Geist, den wir als Jesus von Nazareth kennen, in einem reinen und leidenschaftslosen Körper geboren. Dieser Körper war der beste, der auf Erden erzeugt werden konnte, und die Aufgabe des Jesus in dieser Verkörperung war, für ihn zu sorgen und ihn zur höchst möglichen Brauchbarkeit zu entwickeln, ihn zu dem großen Zweck vorzubereiten, dem er dienen sollte.

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   Jesus von Nazareth wurde ungefähr um die Zeit geboren, die in historischen Berichten festgestellt wird, und nicht um 105 v. Chr., wie in einigen okkulten Werken behauptet wird. Der Name Jesus ist im Osten gebräuchlich, und ein Eingeweihter namens Jesus lebte 105 v. Chr. Aber dieser empfing die ägyptische Einweihung und war nicht Jesus von Nazareth, mit dem wir uns hier befassen.

   Das Individuum, welches später unter dem Namen Christian Rosenkreuz geboren wurde und das auch heute verkörpert ist, war schon hoch entwickelt, als Jesus von Nazareth geboren wurde. Sein Zeugnis, sowie die Zeugnisse der Forschungen aus erster Hand durch spätere Rosenkreuzer stimmen alle darin überein, daß die Geburt des Jesus von Nazareth am Beginn der christlichen Ära und ungefähr an dem historisch festgelegten Datum erfolgt ist.

   Jesus wurde durch die Essener erzogen und erreichte während der 30 Jahre, in denen Er seinen Körper gebrauchte, ein sehr hohes Stadium an geistiger Entwicklung. Nebenbei sei bemerkt, daß die Essener, eine dritte in Palästina lebende Religionsgemeinschaft waren, außer den beiden, die das Neue Testament erwähnt, den Pharisäern und den Sadduzäern.

   Die Essener waren ein außerordentlich frommer Orden. Sie unterschieden sich sehr wesentlich von den materialistischen Sadduzäern und den heuchlerischen und die Öffentlichkeit suchenden Pharisäern. Sie mieden jedes zur Schau tragen ihres Selbst sowie der Methoden ihrer Studien und Anbetung. Darauf ist es auch zurückzuführen, daß beinahe nichts von ihnen bekannt ist, und daß sie im Neuen Testament auch nicht erwähnt werden.

   Es ist ein Weltgesetz, daß kein Wesen, und sei es noch so erhaben, in irgend einer Welt handeln kann, ohne einen Träger, der aus der Materie dieser Welt aufgebaut ist, zu besitzen (siehe Diagramm 8 und 14). Deshalb war der Empfindungsleib der niederste Träger der Gruppe von

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Geistwesen, die in der Sonnenperiode den menschlichen Zustand erreicht hatten.

   Christus war einer dieser Geistwesen und daher unfähig, sich selbst einen Lebensleib und einen dichten physischen Körper zu erbauen. Er hätte an der Menschheit in einem Empfindungsleib arbeiten können, wie dies seine jüngeren Brüder, die Erzengel, als Rassengeister taten. Jehova hatte ihnen - damit sie in den dichten Körper des Menschen gelangen konnten - einen Weg eröffnet, welcher durch die eingeatmete Luft führte. Alle Rassenreligionen waren Gesetzesreligionen und Erschaffer von Sünde infolge der Nichtbefolgung dieses Gesetzes. Sie wurden von Jehova geleitet, dessen niederster Träger der menschliche Geist ist. Dieser verband ihn mit der Welt der abstrakten Gedanken, in der alles getrennt ist und daher zum Egoismus führte.

   Das ist auch genau genommen der Grund, der ein Eingreifen des Christus notwendig machte. Unter der Herrschaft Jehovas ist Einheit unmöglich. Daher mußte Christus, der als niedersten Träger den einigenden Lebensgeist besitzt, in den physischen, menschlichen Körper eintreten. Er mußte als Mensch unter Menschen erscheinen und in diesem Körper wohnen, weil jene die Menschen von außen beeinflussende Rassenreligion nur von innen besiegt werden kann.

   Christus konnte in keinem dichten Körper geboren werden, da er nie durch eine solche Evolution, wie die der Erdperiode, hindurchgegangen war. Deswegen hätte er zuerst die Fähigkeit erwerben müssen, einen dichten Körper zu erbauen, wie es unserer ist. Doch selbst wenn er diese Fähigkeit besessen hätte, wäre es für ein so erhabenes Wesen unangemessen gewesen, die zur Erbauung eines physischen Körpers im vorgeburtlichen Leben, in der Kindheit und in der Jugend nötige Energie auszugeben, zur Reife zu bringen und zu gebrauchen. Gewöhnlich benutzte Er keine unserem menschlichen Geist, dem Intellekt und dem Empfindungsleib entsprechenden Träger, obwohl Er in der Sonnenperiode gelernt hatte, sie zu erbauen, und auch die Fähigkeit, durch

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sie zu wirken, sobald dies erwünscht wurde oder erforderlich war. Daher benützte Er seine eigenen Träger und nahm nur den Lebensleib und den dichten Körper Jesu hinzu. Als dieser 30 Jahre alt war, trat Christus in diese Körper ein, um sie bis zum Höhepunkt seiner Mission auf Golgatha zu benützen. Nach der Zerstörung des dichten Körpers erschien Christus unter seinen Jüngern im Lebensleib, in dem Er einige Zeit wirkte. Der Lebensleib ist auch der Träger, den Er gebrauchen wird, wenn Er wieder erscheint, denn Er wird niemals mehr einen anderen dichten Körper annehmen.

   Es ist ein Vorgriff auf ein Gebiet, das später behandelt werden soll, wenn bemerkt wird, daß alle esoterische Erziehung den Zweck hat, so an dem Lebensleib zu arbeiten, daß der Lebensgeist (life spirit) aufgebaut und belebt wird. Wenn wir später zur Besprechung der Einweihung kommen, wird es möglich sein, mehr über dieses Thema zu sagen, an dieser Stelle jedoch ist nichts weiter hinzuzufügen. Als die Ereignisse, die mit dem nachtodlichen Zustand verbunden sind, besprochen wurden, sind diese Fachgebiete teilweise erwähnt worden. Der Schüler wird aufgefordert festzuhalten, daß er seinen Empfindungsleib bereits in einem beträchtlichen Maß beherrschen muß, ehe er sich um esoterische Fragen bemühen kann.

   Die esoterischen Übungen und die früheren Einweihungen sind den Arbeiten am Lebensleib gewidmet und gipfeln im Aufbau des Lebensgeistes. Zur Zeit, als Christus in den Körper Jesu eintrat, war dieser ein Jünger hohen Grades, infolgedessen war sein Lebensgeist gut organisiert. Daher war der niederste Träger, in dem Christus wirkte, identisch mit dem bestorganisierten der höheren Träger des Jesus. Und als Christus den Lebensleib und den dichten Körper Jesu übernahm, war er dadurch mit einer vollständigen Kette von Trägern ausgestattet, welche die Kluft zwischen der Welt des Lebensgeistes und der dichten physischen Welt überbrückten.

   Die Bedeutung der Tatsache, daß Jesus verschiedene Einweihungen durchlaufen hatte, liegt in der Wirkung auf den

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Lebensleib. Der Lebensleib Jesu war schon auf die hohen Schwingungen des Lebensgeistes abgestimmt. Der Lebensleib eines Durchschnittsmenschen wäre sofort unter den gewaltigen Schwingungen des großen Geistes zusammengebrochen, der in den Körper Jesu eintrat. Selbst dieser Körper, rein und hoch gestimmt wie er war, konnte diesen gewaltigen Belastungen nicht für lange Jahre standhalten und wenn wir lesen, daß Christus sich zeitweise von seinen Jüngern zurückzog, - z.B. als er später auf dem See wandelte, um sie zu treffen - so weiß der Okkultist, daß er sich aus den Trägern Jesu zurückzog, um ihnen unter der Pflege der Essener-Brüder Ruhe zu gönnen. Diese wußten besser als Christus, wie derartige Träger zu behandeln waren.

   Dieser Wechsel erfolgte im vollen und freien Einverständnis mit Jesus, der während seines ganzen Lebens wußte, daß er für Christus einen Träger vorbereitete. Er unterwarf sich freudig, damit seine Brüder, die Menschheit, den gigantischen Impuls zu ihrer Entwicklung empfangen konnten, der durch das mystische Opfer auf Golgatha gegeben wurde.

   So besaß (wie im Diagramm 14 gezeigt wird), Christus-Jesus die zwölf Träger, die eine ununterbrochene Kette von der physischen Welt bis zum Thron Gottes bildeten. Deshalb ist er das einzige Wesen im Weltall, das in Verbindung sowohl mit Gott als auch mit dem Menschen steht und zwischen beiden vermitteln kann, denn Er durchlebte persönlich und individuell alle Zustände und kennt alle Beschränkungen des physischen Daseins.

   Christus ist einzigartig unter allen Wesen der sieben Welten. Er allein besitzt zwölf Träger. Keiner außer Ihm kann so mitfühlend sein oder so vollständig die Stellung und Bedürfnisse der Menschheit empfinden. Nur Er allein ist befähigt, uns die völlige Abhilfe in unseren Nöten zu bringen.

   Nun kennen wir die Natur Christi. Er ist der höchste Eingeweihte der Sonnenperiode, und Er bediente sich des dichten

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Körpers und des Lebensleibes Jesu, damit Er in der physischen Welt unmittelbar handeln und als Mensch unter Menschen erscheinen konnte. Wäre Er in einer übernatürlichen Art erschienen, so wäre dies dem Evolutionsplan entgegen gewesen, denn gegen Ende der atlantischen Epoche erhielt die Menschheit die Freiheit, gut oder böse zu handeln. Um es ihr zu ermöglichen, sich selbst beherrschen zu lernen, durfte keinerlei Einschränkung angewandt werden. Sie mußte gut und böse durch Erfahrung kennenlernen.

   Vor dieser Zeit war sie willenlos geführt worden. Von da an jedoch wurde den verschiedenen Rassenreligionen die Freiheit gegeben, sich den besonderen Bedürfnissen der Stämme oder Völker anzupassen.


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