Die Globen der Erdperiode liegen in den vier dichtesten Zuständen der Materie: der Region der konkreten Gedanken, der Empfindungswelt, der Äther- und der Chemischen Region (Diagramm 8). Der dichteste Globus (Globus D) ist unsere heutige Erde.
Wenn wir von den "dichtesten Welten" oder den "dichtesten Zuständen der Materie" sprechen, muß der Ausdruck relativ aufgefaßt werden. Sonst wäre es eine Begrenzung des Absoluten, und das ist absurd. Dichter und dünner sind, so wie auf und ab, Ost und West, nur relativ auf unseren gegenwärtigen Zustand oder unsere Position anwendbar. So wie es höhere, feinere Welten wie die von unserer Lebenswoge berührten gibt, so gibt es auch dichtere Zustände der Materie, die das Entwicklungsfeld für andere Klassen von Wesen sind.
Man muß auch nicht glauben, daß sich diese dichteren Welten anderswo im Raum befinden. Sie durchdringen unsere Welten auf ähnliche Weise wie die höheren Welten unsere Erde. Die eingebildete Festigkeit der Erde und ihrer Körper ist dem Durchgang eines dichteren Körpers so wenig ein Hindernis, wie unsere festen dichten Mauern den Durchgang eines Menschen in seinem Empfindungsleib hindern. Festigkeit ist auch nicht identisch mit Dichtigkeit, wie wir am Aluminium - einem festen Körper - ersehen können, der nicht so dicht wie das flüssige Quecksilber ist, und dennoch verflüchtigt sich bzw. tritt letzteres trotz seiner Dichtigkeit durch viele feste Körper.
Da wir nun in der vierten Periode stehen, besitzen wir heute vier Elemente. In der Saturnperiode gab es nur ein Element: Feuer, das heißt, es war Wärme oder Hitze, die beginnendes Feuer sind. In der zweiten oder Sonnenperiode gab es zwei Elemente: Feuer und Luft. In der dritten, der
Mondperiode, kam Wasser hinzu und in der vierten, der Erdperiode, wurde Erde als viertes Element hinzugefügt. Daraus ersieht man, daß die Zahl der Elemente in jeder Periode um eins vermehrt wurde.
In der Jupiterperiode wird ein Element geistiger Natur hinzutreten, das sich mit der Sprache verbinden wird, so daß die Worte immer auf Verständnis stoßen werden, nicht auf Mißverstehen, wie dies jetzt häufig der Fall ist. Wenn einer zum Beispiel "Haus" sagt, so kann er ein Wohnhaus damit meinen, während der Hörer sich ein flaches Wirtschaftsgebäude vorstellt.
In diese Umgebung der vier oben erwähnten Elemente wurden die verschiedenen in Diagramm 10 genannten Klassen durch die für sie verantwortlichen Hierarchien gebracht. Wir erinnern uns, daß während der Mondperiode diese Klassen drei Reiche bildeten: das Tierreich, das Tier-Pflanzenreich und das Pflanzen-Mineralreich. Hier auf der Erde sind aber die Bedingungen so, daß keine großen Halbklassen bestehen können.
Es müssen vier deutlich verschiedene Reiche sein. In dieser kristallisierten Existenzphase müssen die Linien zwischen ihnen schärfer gezogen sein, als sie es in den früheren waren, wo ein Reich nach und nach mit dem anderen verschmolz. Daher gingen einige der zehn Klassen einen halben Schritt vor und andere einen halben Schritt zurück.
Einige der Mineralpflanzen gingen vollständig in das Pflanzenreich über und wurden das Grün der Felder. Andere stiegen hinunter und wurden reiner Mineral-Boden, auf dem die Pflanzen wuchsen. Von den Pflanzentieren rückten einige in das Tierreich vor, der Zeit vorauseilend. Diese Arten haben noch das farblose Pflanzenblut und einige, wie die Seesterne, besitzen sogar fünf Spitzen, wie die Blumenblätter.
Alle aus Klasse zwei, deren Empfindungsleib in zwei Teile geteilt werden konnte (wie bei Klasse eins), waren geeignet,
menschliche Träger zu werden, und sie rückten daher in die menschliche Gruppe vor.
Wir müssen uns dessen bewußt sein, daß wir im Obenstehenden von der Form sprachen und nicht vom Leben, das in der Form wohnt. Das Instrument wird gestimmt, um sich dem Leben, das darin wohnen soll, anzupassen. Die aus Klasse zwei, in deren Trägern die obengenannte Trennung vorgenommen werden konnte, wurden zur Menschheit erhoben, erhielten aber den innewohnenden Geist zu einem späteren Zeitpunkt als Klasse eins. Darum sind sie jetzt nicht so fortgeschritten wie Klasse eins und bilden so die weniger entwickelten Rassen der Menschheit.
Die, deren Empfindungskörper der Teilung nicht fähig waren, kamen in dieselbe Abteilung wie Klasse 3a und 3b. Sie sind unsere heutigen Menschenaffen. Diese können unsere Entwicklung noch einholen, wenn sie vor dem bereits erwähnten kritischen Punkt in der Mitte des fünften Kreislaufes fortgeschritten genug sind. Wenn sie uns zu dieser Zeit nicht einholen, haben sie die Berührung mit unserer Evolution verloren.
Wir erwähnten, daß der Mensch einen dreifachen Körper durch die Hilfe anderer höherer Wesen erbaute, doch gab es in der vorhergehenden Periode keine koordinierende Kraft: der dreifache Geist - das Ego - war gesondert und von seinen Trägern getrennt. Nun war die Zeit gekommen, den Körper und den Geist zu vereinen.
Wo sich der Empfindungsleib trennte, beherrschte der höhere Teil ein wenig den niederen Teil, den dichten Körper und den Lebensleib. Er bildete eine Art Tierseele, mit der sich der Geist durch die Hilfe des Bindegliedes "Intellekt" verbinden konnte. Wo keine Teilung des Empfindungsleibes eintrat, wurde der Träger den Begierden und Leidenschaften ohne Hemmung überlassen und konnte daher nicht als Träger eines innewohnenden Geistes dienen. So wurde er unter die Herrschaft eines Gruppengeistes gestellt, der ihn von außen
lenkte. Er wurde ein Tierkörper und entartete zum Menschenaffen (anthropoid).
Wo eine Teilung im Empfindungsleib stattfand, nahm der dichte Körper nach und nach eine aufrechte Stellung an und entzog sein Rückgrat auf diese Weise den horizontalen Strömungen der Empfindungswelt, in welcher der Gruppengeist das Tier durch das horizontale Rückgrat leitet. Das Ego konnte dann in die Form eintreten, darin arbeiten und sich durch das senkrechte Rückgrat ausdrücken. Es vermochte den senkrechten Kehlkopf und, als Instrument seines entsprechenden Ausdruckes im dichten Körper, das Gehirn zu erbauen. Ein horizontal gestellter Kehlkopf steht auch unter der Herrschaft des Gruppengeistes. Während es auf Wahrheit beruht, daß verschiedene Tiere - wie Stare, Raben, Papageien usw. - wie bereits erwähnt, infolge ihres aufrechten Kehlkopfes Worte hervorbringen können, ist ihnen deren verständige Anwendung verschlossen.
Der Gebrauch des Wortes, um Gedanken auszudrücken, ist das höchste menschliche Vorrecht und kann nur durch ein überlegendes, denkendes Wesen, wie der Mensch es ist, ausgeübt werden. Wenn der Schüler sich dies merkt, wird es ihm leichter fallen, die verschiedenen Schritte, die zu diesem Ziel führen, zu verfolgen.
Dies ist der Kreislauf, in dem der dichte Körper in jeder Periode wieder aufgebaut und verbessert wird. In diesem Kreislauf erhielt er die Fähigkeit, ein Gehirn zu bilden, und bekam für den Keim des Intellekts einen Träger, der erst später hinzugefügt werden sollte. Diese Hinzufügung bildete die endgültige Wiederherstellung des dichten Körpers und machte ihn fähig, den höchsten Grad der Brauchbarkeit eines solchen Trägers zu erreichen.
Unaussprechliche Weisheit ist zu seinem Aufbau verwendet worden; er ist ein Wunderwerk. Dem Schüler kann nicht oft
genug eingeschärft werden, welch wunderbares Mittel zur Erwerbung von Erkenntnissen dieses Instrument ist, was für eine große Wohltat es für den Menschen ist, wie sehr er es schätzen und wie dankbar er dafür sein sollte. Schon früher wurden einige Beispiele von der Vollendung des Baues und der intelligenten Anpassungsfähigkeit dieses Instrumentes gegeben. Um dem Intellekt des Schülers diese große Wahrheit aber noch tiefer einzuprägen, ist es angebracht, diese Weisheit noch eingehender an Hand von Beispielen zu erläutern und auch die Arbeit des Ego im Blut zu zeigen.
Es ist, wenn auch unklar, allgemein bekannt, daß der Magensaft auf die Nahrung einwirkt, um deren Aufnahme zu fördern. Aber außer den Medizinern wissen nur wenige, daß es verschiedene Magensäfte gibt, von denen jeder für die Verdauung eines besonderen Nahrungsmittels geeignet ist. Die Forschungen Pavloffs haben jedoch zweifelsfrei festgestellt, daß es eine Art von Magensaft zur Verdauung des Fleisches, eine zur Verdauung der Milch, eine andere für saure Früchte usw. gibt.
Das ist auch die Ursache davon, daß nicht alle Speisen sich gut vertragen. Milch zum Beispiel erfordert einen Magensaft, der von beinahe allen anderen sehr verschieden ist, außer von dem zur Verdauung stärkehaltiger Produkte, und wird bereitwillig nur mit Getreideprodukten verdaut.
Es offenbart sich eine wunderbare Weisheit darin, daß das im Unterbewußtsein arbeitende Ego fähig ist, die verschiedenen Säfte auszuwählen, die den einzelnen Arten von Nahrungsmitteln angepaßt sind, und jeden in der richtigen Qualität und Quantität zur Verdauung der Nahrung zuzubereiten. Was den Prozeß noch wunderbarer erscheinen läßt, ist, daß der Magensaft bereits im voraus in den Magen entleert wird, also bevor die Speise in denselben gelangt.
Wir leiten den Vorgang, die Magensäfte zu mischen, nicht bewußt. Die meisten Menschen wissen nichts vom Stoff-
wechsel in organischen Körpern oder von anderen chemischen Gesetzen. So genügt die Annahme nicht, daß wir die Speise schmeken und den weiteren Vorgang durch Signale im Nervensystem lenken. Als die Tatsache der Auswahl der Magensäfte zuerst bewiesen wurde, kamen die Gelehrten in große Verlegenheit, als sie zu erfahren suchten, auf welche Weise der richtige Magensaft ausgewählt und zum Eintritt in den Magen veranlaßt würde, ehe die Nahrung in diesen gelangt. Sie meinten, das Signal würde durch das Nervensystem erfolgen. Es wurde aber ein Beweis erbracht, der es außer Zweifel setzte, daß der richtige Magensaft auch in den Magen ergossen wird, obwohl das Nervensystem dies blockiert.
Endlich bewiesen Starling und Bayliss in einer Reihe von genialen Experimenten, daß verschwindend kleine Teilchen der Nahrung vom Blut aufgenommen werden, sobald die Nahrung in den Mund eintritt, daß diese schon vorher die Verdauungsdrüsen erreichen und einen Ausfluß des richtigen Saftes veranlassen. Das ist wieder nur die physische Seite der Erscheinung. Um die ganze wundervolle Verbindung zu verstehen, müssen wir uns der okkulten Wissenschaft zuwenden. Diese allein erklärt, warum das Signal durch das Blut gegeben wird.
Das Blut ist eine der höchsten Äußerungen des Lebensleibes. Das Ego führt und beherrscht sein physisches Instrument durch das Blut. Das Blut ist daher auch das Mittel, um auf das Nervensystem zu wirken. Während eines Teiles der Zeit, in der die Verdauung vor sich geht, wirkt das Ego teilweise durch das Nervensystem; aber besonders zu Beginn des Verdauungsprozesses wirkt es unmittelbar auf den Magen. Wenn bei wissenschaftlichen Versuchen das Nervensystem gesperrt wurde, war der gerade Weg durch das Blut noch immer offen, und das Ego erhielt auf diesem Weg die nötigen Mitteilungen.
Wir haben auch gesehen, daß das Blut dorthin getrieben wird, wo das Ego gerade seine größte Tätigkeit entwickelt. Wenn die Situation ein schnelles Nachdenken und Handeln
erfordert, wird das Blut sogleich zum Kopf getrieben. Wenn ein schweres Mahl verdaut werden soll, wird das Blut zum größten Teil aus dem Kopf in die Verdauungsorgane dirigiert. Das Ego konzentriert seine Anstrengungen auf die Befreiung des Körpers von nutzloser Nahrung. Darum kann der Mensch nach einem schweren Mahl nicht gut denken. Er ist schläfrig, weil seinem Gehirn so viel Blut entzogen wurde, daß der Rest nicht genügt, die Tätigkeiten des vollen, wachen Bewußtseins aufrechtzuerhalten; außerdem wird beinahe die ganze Lebensenergie - das ist die Sonnenenergie, die durch die Milz abgesondert wird - vom Blut aufge- nommen, das unmittelbar nach einem Mahl stärker durch dieses Organ strömt, als zwischen den Mahlzeiten. So wird während des Verdauungsprozesses der übrige Körper in größerem Maß seines Lebenssaftes beraubt. Das Ego ist es, welches das Blut ins Gehirn treibt. Sobald der Körper in den Schlaf sinkt, verläßt das Blut das Gehirn, was nachgewiesen werden kann, wenn man einen Menschen auf einen sich in der Balance befindlichen (Waage) Tisch legt. Wenn er einschläft, senkt sich dieser unabänderlich gegen das Fußende, und das Kopfende hebt sich. Während des Beischlafes wird das Blut in die Geschlechtsorgane konzentriert usw. Alle diese Beispiele sollen beweisen, daß das Ego während der wachen Stunden durch das Blut im dichten Körper arbeitet und ihn beherrscht. Der größere Teil des Blutes geht in jenen Körperteil, in dem das Ego zur Zeit seine besondere Tätigkeit entfaltet.
Der Wiederaufbau des dichten Körpers während des Saturnkreislaufes der Erdperiode geschah, um ihn fähig zu machen, vom Intellekt durchdrungen zu werden. Der Saturnkreislauf gab den ersten Anstoß zur Erbauung der Stirnseite des Gehirns, auch zur beginnenden Trennung im Nervensystem, die seither in den zwei Unterabteilungen, dem willkürlichen und dem sympathischen offenbar geworden ist. Nur das sympathische Nervensystem wurde in der Mondperiode vorbereitet. Das willkürliche Nervensystem (das den dichten Körper aus einem nur durch Antrieb von außen arbeitenden Automaten zu einem außergewöhnlich anpassungs-
fähigen Instrument für die Beherrschung durch das Ego von innen machte) wurde erst in der gegenwärtigen Erdperiode hinzugefügt.
Der Hauptteil dieser Wiederherstellungsarbeiten wurde durch die Herren der Form geleistet. Sie sind die schöpferische Hierarchie, die während der Erdperiode am tätigsten ist, so wie die Herren der Flamme in der Saturnperiode, die Herren der Weisheit in der Sonnenperiode und die Herren der Individualität in der Mondperiode, dies waren.
Die Erdperiode ist vor allen andern die Periode der Form, denn hier erreicht die körperliche oder materielle Seite der Entwicklung ihren größten und deutlichsten Zustand. Hier ist der Geist am hilflosesten und unterdrücktesten und die Form ist der meist vorherrschende Faktor; daher die Bedeutung der Herren der Form.
Während dieses Kreislaufes wurde der Lebensleib verbessert, um sich dem keimenden Intellekt anzupassen. Der Lebensleib wurde dem dichten Körper ähnlicher gestaltet, so daß er während der Jupiterperiode als dichtester Körper dienen kann. Der dichte Körper wird dann vergeistigt worden sein, wie später erklärt werden soll.
Die Engel (welche in der Mondperiode ihre Menschheitsstufe durchlebten) erhielten bei dieser Wiedererbauung die Hilfe der Herren der Form. Die Organisation des Lebensleibes ist nun an Wirksamkeit dem dichten Körper am nächsten. Einige Autoren, die sich darüber äußerten, nennen den Lebensleib ein Bindeglied und behaupten, daß er einfach eine Form für den dichten Körper und nicht ein getrennter Träger sei.
Wir wollen nicht Kritik üben, aber in dem gegenwärtigen Entwicklungszustand kann der Mensch sich normalerweise des Lebensleibes nicht als eines getrennten Trägers bedienen.
Der Lebensleib bleibt immer beim dichten Körper. Würde man ihn vollständig herausziehen, bedeutete das den Tod des dichten Körpers. Es muß aber doch festgestellt werden, daß es eine Zeit gab, in welcher der Lebensleib mit dem dichten Körper nicht so fest verbunden war; wir werden sogleich davon sprechen.
Während jener Epochen unserer Erdgeschichte, die schon als die lemurische und als die atlantische bezeichnet wurden, war der Mensch unwillkürlich hellsichtig. Die lockere Verbindung zwischen seinem dichten Körper und seinem Lebensleib war die Ursache davon. (Die Lehrer dieser Zeit halfen dem zu Belehrenden die Verbindung wie beim willkürlich Hellsehenden noch weiter zu lockern.)
Seitdem ist bei den meisten Menschen der Lebensleib viel fester mit dem dichten Körper verbunden worden. Bei allen Sensitiven aber ist die Verbindung lose. Diese lose Verbindung ist es, welche die Sensitiven von den Durchschnittsmenschen unterscheidet. Letztere sind gegen alles unempfindlich, außer gegen die durch ihre fünf Sinne aufgenom- menen Schwingungen. Alle menschlichen Wesen müssen diesen Zustand der engen Verbindung ihrer Träger durchlaufen und die daraus entspringende Beschränkung des Bewußtseins erfahren.
Es gibt 2 Klassen von Sensitiven: erstens solche, die noch nicht fest in die Materie verstrickt wurden, wie zum Beispiel die meisten Inder, die Indianer usw. Sie besitzen einen gewissen geringen Grad von Hellsichtigkeit und sind empfänglich für die Laute der Natur. Und zweitens jene, die in der Vorhut der Entwicklung stehen. Letztere gehen soeben aus dem tiefsten Punkt des Materialismus hervor und zerfallen in zwei weitere Arten (kinds): In eine mit schwachem Willen, die sich in einer passiven Weise entwickelt hat. Diese Menschen erwecken mit der Hilfe anderer das Sonnengeflecht oder andere Organe, die in Verbindung mit dem unwillkürlichen Nervensystem stehen. Das sind die unwillkürlichen Hellseher, Medien, die keine Kontrolle über ihre Fähigkeit besitzen; sie haben sich zurückentwickelt. Die andere Gruppe hat durch eigenen Willen und eigenes Bewußtsein die schwingenden Kräfte der Organe in Verbindung
mit dem willkürlichen Nervensystem entfaltet. Das sind die geschulten Okkultisten, die ihre eigenen Körper beherrschen und ihre hellseherische Tätigkeit wann immer sie wollen ausüben können. Sie werden willkürliche oder geschulte Hellseher genannt.
Während der Jupiterperiode wird der Mensch in seinem Lebensleib ebenso wirken, wie er jetzt im dichten Körper handelt.
Da in der Natur keine Entwicklung plötzlich vor sich geht, hat der Trennungsprozeß der beiden Körper jetzt bereits begonnen. Der Lebensleib wird dann einen viel höheren Grad von Brauchbarkeit erlangen als der heutige dichte Körper. Da er ein viel anpassungsfähigerer Träger ist, wird es dem Geist dann möglich sein, ihn in einer solchen Weise zu verwenden, wie es dem dichten Körper unmöglich ist.
In dieser wurde die Mondperiode wiederholt, aber es herrschten (allerdings auf einer höheren Stufe) ziemlich dieselben Bedingungen wie auf Globus D jener Periode. Es bestand dieselbe Art von feuernebeliger Atmosphäre, derselbe feurige Kern. Es erfolgte dieselbe Teilung des Globus in zwei Teile, damit sich die höher entwickelten Wesen in der ihnen angemessenen Art und Schnelligkeit entwickeln konnten, was für Wesen vom Rang unserer Menschheit unmöglich gewesen wäre.
In dieser Periode übernahmen die Erzengel (die Menschheit der Sonnenperiode) in Verbindung mit den Herren der Form die Aufgabe, den Empfindungsleib zu erneuern, aber sie blieben bei dieser Arbeit nicht allein. Als die Trennung des Globus in zwei Teile stattfand, ging eine ähnliche Teilung im Empfindungsleib einiger der sich entwickelnden Wesen vor sich. Wir haben bereits erwähnt, daß dort, wo diese Teilung stattfand, die Form bereit war, der Träger eines innewohnenden Geistes zu werden. Um diesen Zweck zu fördern, nahmen die Herren des Intellekts (die Menschheit der Saturnperiode) den höheren Teil des Empfindungsleibes in
Besitz und pflanzten in ihn die getrennte Selbstheit, ohne die der Mensch mit allen seinen glorreichen Möglichkeiten niemals hätte existieren können.
So wurde durch die Herren des Intellekts im späteren Teil des Mondkreislaufes der erste Keim zur getrennten Persönlichkeit in dem höheren Teil des Empfindungsleibes eingepflanzt.
Die Erzengel wirkten im niederen Teil des Empfindungsleibes und gaben die rein tierischen Begierden. Sie arbeiteten auch in den Empfindungskörpern, die ohne eine Teilung waren. Einige von jenen wurden die Träger der Tier-Gruppengeister (spirits), die von außen an den Wesen arbeiten, jedoch nicht ganz in die tierische Form eindringen, wie der individuelle Geist in den menschlichen Körper eindringt.
Der Empfindungsleib wurde rekonstruiert, um ihn für die Durchdringung mit dem keimenden Intellekt brauchbar zu machen, der während der Erdperiode in alle Empfindungskörper eingepflanzt wurde, in denen es möglich war, die vorerwähnte Teilung vorzunehmen.
Wie früher schon erklärt wurde, ist der Empfindungsleib ein unorganisiertes Eioval, das in seiner Mitte den dichten Körper wie einen dunklen Fleck trägt, so wie das Weiße eines Eies das Gelbe umgibt. Im Eioval befinden sich eine Anzahl von Sinneszentren, die seit Beginn der Erdperiode erschienen sind.
Im Durchschnittsmenschen erscheinen diese Zentren nur wie die Wirbel in einem Fluß (current) und sind nicht erwacht, daher ist der Empfindungsleib als gesonderter Bewußtseinsträger für ihn nicht zu gebrauchen. Sind die Zentren wach, so sehen sie aus wie sich drehende Wirbel.
Bisher haben wir nur die kosmischen Nächte zwischen den Perioden betrachtet. Wir bemerkten, daß zwischen der Saturn- und der Sonnenperiode eine Ruhepause war, zwischen der Sonnen- und der Mondperiode eine andere kosmische
Nacht usw. Aber auch zwischen den Kreisläufen sind Ruhezeiten.
Wir könnten die Perioden mit den verschiedenen Verkörperungen des Menschen vergleichen, die kosmischen Nächte dazwischen mit den Zeiten zwischen Tod und Geburt, und die Ruhe vor und nach den Kreisläufen wäre der Schlafruhe zwischen zwei Tagen ähnlich.
Wenn eine kosmische Nacht einsetzt, werden alle manifestierten Dinge wieder zu einer homogenen Masse eingesogen, der Kosmos wird wieder Chaos. Die periodische Wiederkehr der Materie in die ursprüngliche Substanz ist es, die es dem Geist ermöglicht, sich zu entwickeln. Wenn der Kristallisationsprozeß der aktiven Manifestation jedoch unbegrenzt fortdauern sollte, würde er für den Fortschritt des Geistes eine unüberwindliche Hemmung. So oft die Materie sich bis zu einem solchen Grad verdichtet hat, daß sie für den Gebrauch des Geistes zu hart wird, zieht letzterer seine erschöpfte Energie zurück: ähnlich einem Spiralbohrer, der, wenn er in hartem Metall nicht mehr weiter vordringen kann, zurückgezogen wird, um erneut an Kraft zu gewinnen, damit es ihm in der Folge möglich ist, tiefer in das Metall einzudringen.
Von der kristallisierenden Energie des sich entwickelnden Geistes befreit, wandeln die chemischen Kräfte der Materie den Kosmos in Chaos, indem sie die Materie in ihren Urzustand zurückführen. Damit können die wiederauflebenden jungfräulichen Geister zu Beginn eines neuen Manifestationstages einen neuen Vorstoß machen.
Die Erfahrung, welche der Geist in den vorangegangenen Perioden und Kreisläufen angesammelt hat, wird ihn dann befähigen, bis zu dem in diesen Perioden und Kreisläufen zuletzt erreichten Punkt mit relativer Geschwindigkeit aufzubauen, wie auch den weiteren Fortschritt durch Änderungen zu erleichtern, wie seine angesammelte Erfahrung sie diktiert.
So kehrten am Ende des Mondkreislaufes der Erdperiode alle Globen und alles Leben in das Chaos zurück und tauchten daraus zu Beginn des 4. Kreislaufes wieder empor.
In der unbeschreiblichen Kompliziertheit des Entwicklungsplanes befinden sich in den Spiralen immer wieder neue Spiralen und dies ohne Ende. So wird es nicht überraschen zu erfahren, daß das Werk der Wiederholung und Ruhe in jedem Kreislauf auch auf den verschiedenen Globen verwendet wird. Als die Lebenswoge in diesem Kreislauf auf Globus A wieder erschien, ging sie durch die Entwicklung der Saturnperiode; dann nach einer Ruhepause, die aber nicht die völlige Vernichtung des Globus, sondern nur eine Veränderung bedeutete, erschien sie auf Globus B, wo die Arbeit der Sonnenperiode wiederholt wurde. Wieder nach einer Ruhepause ging die Lebenswoge nach Globus C über, und die Arbeit der Mondperiode wurde wiederholt. Endlich erschien sie auf Globus D, der unsere Erde ist, und nicht früher als zu diesem Zeitpunkt begann die eigentliche Arbeit der Erdperiode.
Selbst dann noch hielt sich die Lebenswoge nach ihrer Ankunft von Globus C mit dem Beginn zurück, denn die Verleihung des keimenden Intellekts fand tatsächlich nicht eher als in der vierten Epoche statt, während die drei ersten Epochen noch weitere Wiederholungen der Saturn-, Sonnen- und Mondperiode waren, jedoch stets auf einer höheren Stufe.
In den vorhergehenden Seiten wurde nichts über unser Sonnensystem und über die verschiedenen Planeten gesagt, die es bilden, weil die gegenwärtige Trennung nicht früher geschah, bevor die Erdperiode erreicht war. Die Erdperiode ist der Gipfel der Trennung, und obschon wir nur von einer Klasse der jungfräulichen Geister gesprochen haben, von denen, die im engsten und begrenztesten Sinn mit unserer Entwicklung in Verbindung stehen, so gibt es in Wahrheit sieben "Strahlen" oder Lebensströme, die alle verschiedene Evolutionen verfolgen und dennoch zu derselben ursprünglichen Klasse von jungfräulichen Geistern wie unsere Menschheit gehören.
In den vorhergehenden Perioden fanden alle diese Unterklassen oder Strahlen für ihre Entwicklung auf demselben Planeten eine geeignete Umgebung. Aber in der Erdperiode wurden die Bedingungen so, daß die verschiedenen Klassen auf verschiedene Planeten verpflanzt werden mußten, um ihnen die für ihre Entwicklung nötige Schwingungszahl und Temperatur zu verleihen. Sie wurden in verschiedene Entfernung von der Sonne, der zentralen Lebensquelle, versetzt. Das ist die Grundlage des Seins (raison d'ˆtre) unseres und aller anderen Sonnensysteme im Weltall.
Ehe wir an die Beschreibung der Evolution unserer Menschheit auf der Erde nach ihrer Trennung von der Zentralsonne schreiten, ist es zur Aufrechterhaltung der folgerichtigen Ordnung nötig, die Differenzierung zu beschreiben, welche die Planeten unseres Systems in den Raum hinausschleuderte.
Aktive Manifestationen, besonders in der physischen Welt, hängen von der Abgesondertheit ab, von der Begrenzung des
Lebens durch die Form. Aber während der Pausen zwischen den Perioden und Kreisläufen hört die bestimmte Unterscheidung zwischen Leben und Form auf. Das ist nicht nur auf die Menschheit und auf die niederen Reiche anzuwenden, sondern auch auf die Welten und Globen, welche die Grundlage für das sich entwickelnde Leben sind. Nur die Keimatome und die Kerne oder Zentren der Globen bleiben zurück, alles andere ist eine homogene Masse. Es ist nur der eine Geist, der den Raum durchdringt. Leben und Form, sein positiver und sein negativer Pol sind eins.
Dieser Zustand der Dinge war es, den die griechische Mythologie "Chaos" nannte. Die alte nordische und germanische Mythologie nennen ihn "Ginnungagap", der auf der Nordseite vom kalten und nebligen "Niflheim", dem Land des Nebels und Dunstes, und auf der Südseite vom feurigen "Muspelheim" begrenzt war. Wenn Hitze und Kälte in den Raum eindrangen, der von Chaos oder Ginnungagap eingenommen wurde, verursachten sie die Kristallisation des sichtbaren Universums. Auch die Bibel erweckt die Vorstellung vom unbegrenzten Raum, die der Aktivität des Geistes vorangeht.
In unserer jetzigen materialistischen Periode haben wir leider die Vorstellung von dem verloren, was hinter dem Wort Raum liegt. Wir sind es so gewöhnt, von "leerem" Raum zu sprechen, oder von der "großen Leere" des Raumes, daß wir die große und heilige Bedeutung des Wortes ganz vergessen und so nicht das Gefühl der Ehrfurcht haben, welche die Vorstellung von Raum und Chaos in uns erweken sollte.
Für die Rosenkreuzer sowie für jede andere okkulte Schule gibt es solche Dinge wie einen leeren Raum oder etwas ähnliches nicht. Für sie ist "Raum Geist" in seiner aufgelösten Form, während die Materie kristallisierter Raum oder Geist ist. Der Geist ist zweifach in seiner Manifestation: was wir als Form sehen, ist seine negative Manifestation - kristallisiert und träge. Der positive Pol des Geistes manife-
stiert sich als Leben und stimuliert die negative Form zur Tätigkeit, aber beide, Leben und Form, entsprangen aus dem Geist, dem Raum und dem Chaos!
Um eine ähnliche Idee aus dem Alltagsleben zu geben, wollen wir als Beispiel das Bebrüten eines Eies nehmen. Das Ei ist mit einer mäßig zähen Flüssigkeit gefüllt. Diese Flüssigkeit oder Feuchte wird der Wärme ausgesetzt, und aus der weichen flüssigen Substanz entsteht ein lebendiges Kücklein mit harten Knochen und verhältnismäßig hartem Fleisch, mit Federn, die relativ harte Kiele haben usw.
Wenn aus der trägen Flüssigkeit eines Eies ohne Hinzufügen irgendeiner erhärtenden Substanz von außen ein lebendiges Kücklein gebildet werden kann, so scheint die Idee, daß das Universum kristallisierter Geist oder Raum ist, nicht absurd zu sein. Ohne Zweifel wird dieser Vergleich vielen töricht erscheinen. Aber dieses Buch ist nicht zu dem Zweck geschrieben, die Welt davon zu überzeugen, daß die Dinge sind. Es hat die Absicht, dem innerlich für diese Dinge Empfänglichen zu helfen, das große Weltmysterium zu beleuchten, das zu sehen dem Verfasser vergönnt war. Für den Augenblick ist es die Hauptsache zu zeigen, daß der Geist immer tätig ist, in einer Weise während der Manifestationen und in einer anderen während des Chaos.
Die moderne Wissenschaft würde bei der Idee, daß auf einem Globus schon während seines Bildungsprozesses Leben sein könnte, spotten. Das kommt daher, weil die Wissenschaft Leben und Körper nicht auseinanderhalten kann. Sie erfaßt eine Form nur, wenn sie fest und greifbar durch einen unserer fünf Sinne wahrnehmbar ist.
Der okkulte Gelehrte ist übereinstimmend mit der oben gegebenen Definition von Leben und Form der Ansicht, daß Leben unabhängig von konkreter Form existieren kann; daß es Formen annehmen kann, die unseren beschränkten Sinnen nicht zugänglich sind und die keinen Gesetzen des jetzigen konkreten Zustandes der Materie unterliegen.
Die Nebeltheorie nimmt allerdings an, daß alles Sein (das heißt, alle Formen, die Welten im Raum und alle darauf bestehenden Formen) aus dem feurigen Urnebel entstanden sei. Aber sie erkennt die durch die okkulte Wissenschaft behauptete weitere Tatsache nicht an, daß der feurige Urnebel Geist ist. Sie nimmt nicht an, daß die ganze Atmosphäre um uns und der Raum zwischen den Welten vom Geist erfüllt ist, und daß ein beständiger Austausch vor sich geht, die Form sich in Raum auflöst, und der Raum sich in Form kristallisiert.
Chaos ist kein Zustand, der in der Vergangenheit bestanden hat und jetzt völlig verschwunden ist. Wenn nicht alle abgenutzten Körper beständig ins Chaos zur Auflösung zurückkehrten und das Chaos nicht beständig neue Formen gebären würde, so gäbe es keinen Fortschritt. Die Arbeit der Entwicklung würde aufhören und eine solche Hemmung würde die Möglichkeit des Fortschrittes verhindern.
Es ist ein Grundsatz, daß "je öfter wir sterben, desto besser wir leben". Der Dichter-Eingeweihte Goethe sagt:
Und Paulus sagt: "Ich sterbe täglich."
Darum muß man als Schüler der okkulten Wissenschaften festhalten, daß selbst während der tätigen Manifestation es das Chaos ist, das die Grundlage allen Fortschrittes bildet. Unser Leben während des Chaos beruht auf unserem Leben während der tätigen Manifestation und umgekehrt, das heißt, auf dem was wir während der aktiven Manifestation vollbringen können.
Die Fähigkeit, überhaupt fortzuschreiten, ist die Folge der Existenz im Chaos: die Zwischenzeit zwischen den Perioden und Kreisläufen ist in Wirklichkeit viel wichtiger für das Wachstum der Seele als die konkrete Existenz, obschon die letztere die Grundlage der ersteren ist und daher nicht entbehrt werden kann.
Die Wichtigkeit der Zwischenzeit des Chaos liegt in der Tatsache, daß während dieser Periode die sich entwickelnden Wesen aller Klassen so eng verbunden sind, daß sie wahrlich eins sind. Deshalb sind jene, die während der Manifestation eine niedere Entwicklung haben, in innigster Verbindung mit den höher Entwickelten und erfahren und genießen daher eine viel höhere Schwingungszahl als ihre eigene. Das macht sie fähig, ihre vergangenen Erfahrungen in einer Art zu durchleben und aufzunehmen, wie sie es, an ihre Form gebunden unmöglich könnten.
Wir haben die Wohltat der Zwischenzeit zwischen Tod und Geburt für den menschlichen Geist gewürdigt. Und doch besteht auch hier die Form noch, wenn auch im Vergleich zum dichten Körper außerordentlich verfeinert. Aber in der kosmischen Nacht und in den Zwischenräumen zwischen Perioden und Kreisläufen, wo volle Freiheit von jeder Form herrscht, können die wohltätigen Resultate vergangener Erfahrungen viel wirksamer aufgenommen werden.
Wir haben ein Wort, das ursprünglich geprägt wurde, um den Zustand der Dinge zwischen den Manifestationen zu bezeichnen. Dieses Wort ist nun aber im materiellen Sinn so viel benützt worden, daß es seine Urbedeutung verloren hat. Dieses Wort heißt: Gas.
Man möchte glauben, daß das ein sehr altes Wort sei, das fast immer für einen Zustand der Materie benützt wurde, der leichter als Flüssigkeiten war. Doch ist das nicht der Fall. Das Wort wurde zuerst in "Physika" verwendet, einem Werk, das 1663 erschien, und Comenius, einen Rosenkreuzer, zum Verfasser hat.
Comenius nannte sich nicht Rosenkreuzer. Kein wahrer Bruder tut das öffentlich. Nur der Rosenkreuzer kennt den Bruder Rosenkreuzer. Nicht einmal die vertrautesten Freunde
oder Verwandten wissen von der Verbindung eines Menschen mit dem Orden. Nur die, welche selbst Eingeweihte sind, kennen jene Schriftsteller der Vergangenheit, die Rosenkreuzer waren. Sie sehen aus ihren Werken die unverkennbaren Worte, Sätze und Zeichen zur Verkündigung der tiefen Erkenntnis leuchten, die dem Nichteingeweihten verborgen bleibt.
Die Rosicrucian Fellowship besteht aus Schülern der Lehren des Ordens, die jetzt öffentlich gegeben werden, weil die Intelligenz der Allgemeinheit so weit wie erforderlich entwickelt ist. Das Werk ist eines der ersten wenigen Fragmente des Wissens der Rosenkreuzer, die öffentlich herausgegeben wurden. Alles, was als solches vor den letzten paar Jahren gedruckt wurde (1909), ist die Arbeit entweder von Quacksalbern oder von Verrätern.
Rosenkreuzer wie Paracelsus, Comenius, Bacon, Helmont und andere gaben in ihren Werken nur Andeutungen und regten andere an. Der große Meinungsstreit, der die Autorenschaft des Shakespeare betraf (und nutzlos so viel Federkiele abstumpfte und so viel gute Tinte verschwendete, die einem besseren Zweck hätte dienen können), wäre niemals entstanden, wenn man gewußt hätte, daß die große Ähnlichkeit bei Shakespeare und Bacon aus der Tatsache hervorgeht, daß beide durch denselben Eingeweihten inspiriert wurden, der auch Jakob Böhme und einen Pastor aus Ingolstadt, Jacobus Baldus, befruchtete.
Letzterer lebte nach dem Tod des Dichters von Avon und schrieb lateinisch-lyrische Gedichte. Liest man das erste Gedicht des Jacobus Baldus mit einem gewissen Schlüssel, wird man durch Auf- und Ablesen der Linien den folgenden Satz finden: "Bis hierher habe ich von jenseits der See mit Hilfe des Dramas gesprochen, jetzt werde ich mich in Lyrik ausdrücken."
In seinem Werk "Physika" schrieb der Rosenkreuzer Comenius: "Ad huc spiritum incognitum Gas voco." Das heißt: "Diesen bisher unbekannten Geist (spirit) nenne ich Gas."
Weiterhin sagt er in seinem Werk: "Dieser Dunst (vapor), den ich Gas nannte, ist vom Chaos der Alten nicht weit entfernt."
Wir müssen vom Chaos als dem Geist Gottes denken lernen, der jeden Teil der Unendlichkeit durchdringt. Dann wird der okkulte Grundsatz: "Chaos ist der Saatgrund des Kosmos", in seinem wahren Licht erscheinen, und wir werden aufhören uns zu wundern, "daß aus nichts etwas hervorgehen kann", denn der Raum ist keineswegs wesensgleich mit "nichts". Das Chaos umfaßt in sich alles im Keim, was sich während einer physischen Manifestation äußert, und doch nicht alles, denn durch die Vermählung des Kosmos mit dem Chaos wird jedesmal etwas Neues hervorgebracht, das früher nicht war, etwas, das nicht vorhergesehen und latent war. Der Name dieses Etwas ist Schöpferkraft, die Ursache der Epigenesis.
Sie erscheint in allen Reichen. Sie ist der Ausdruck des fortschreitenden Geistes in Mensch, Tier und Pflanze. Darum ist Chaos ein heiliger Name, ein Name, der den Urgrund all dessen, was die Natur darbietet, bedeutet, und der ein Gefühl der Ehrfurcht in jedem geprüften, wahren und geübten Okkultisten hervorruft. Er sieht die sichtbare Sinnenwelt als Offenbarung der verborgenen Möglichkeiten des Chaos an.
Um sich in der dichten physischen Welt auszudrücken, wurde es für den Menschen nötig, einen geeigneten dichten Körper zu entwickeln. In einer Welt wie dieser muß er einen Körper haben mit Gliedern, Organen und einem Muskelsystem, durch den er sich bewegen kann. Er benötigt auch ein Gehirn, um seine Bewegungen zu leiten und zu ordnen. Wären die Bedingungen andere gewesen, so wäre der Körper entsprechend verändert worden.
Es ist für alle Wesen, ob auf der Stufenleiter des Lebens hoch oder niedrig stehend, notwendig, für ihren Ausdruck in jeder Welt, in der sie sich zu manifestieren wünschen, einen
Träger zu besitzen. Selbst die sieben Geister vor dem Throne müssen die für sie nötigen Träger besitzen, die natürlich für jeden von ihnen verschieden beschaffen sind. In ihrer Gesamtheit sind sie Gott und machen die göttliche Dreieinigkeit aus, und Er offenbart sich durch einen jeden auf verschiedene Weise.
Es liegt kein Widerspruch darin, Gott verschiedene Zahlenwerte beizulegen. Wir sündigen nicht gegen die "Einheit" des Lichtes, weil wir drei Urfarben unterscheiden, in die es sich zerlegt. Das weiße Sonnenlicht enthält die sieben Farben des Spektrums. Der Okkultist sieht sogar zwölf Farben, denn zwischen Rot und Violett liegen (wenn man den Kreis in einer Richtung verfolgt) außer Orange, Gelb, Grün usw. des sichtbaren Spektrums noch fünf weitere Farben.
Vier dieser Farben sind ganz unbeschreiblich, aber die fünfte (die mittlere der fünf) ähnelt der Farbe einer frisch erschlossenen Pfirsichblüte. Sie ist tatsächlich die Farbe des Lebensleibes. Geübte Hellseher, die sie als "bläulichgrau" oder "rötlichgrau" bezeichnen, versuchen etwas zu beschreiben, das in der physischen Welt nicht seinesgleichen hat, und sind dadurch gezwungen, den Ausdruck unserer Sprache zu wählen, welcher der Beschreibung am nächsten kommt.
Vielleicht setzt uns die Farbe besser als irgend etwas anderes in die Lage, die Einheit Gottes mit den sieben Geistern vor dem Throne zu erfassen. Wenden wir uns daher Diagramm 11 zu. Wir sehen hier ein weißes Dreieck, das aus einem schwarzen Hintergrund hervorleuchtet. Weiß ist Synthese und enthält alle Farben in sich, so wie Gott in sich alle Dinge des Sonnensystems enthält.
In dem weißen Dreieck ist ein blauer, ein roter und ein gelber Kreis. Alle anderen Farben sind einfach Zusammensetzungen dieser drei ursprünglichen Farben. Die drei Kreise entsprechen den drei Aspekten Gottes, die ohne Anfang und ohne Ende in Gott sind, obschon sie nur während der tätigen Manifestation nach außen hin wirksam werden.
Ihre Wirkung wurde durch die Wissenschaft studiert und anerkannt
Anzahl der Schwingungen je Sekunde
1. Oktave ........................................2
2. " ........................................4
3. " ....................................... 8
4. " ..................................... 16
5. " ..................................... 32
6. " ..................................... 64
7. " .................................... 128
8. " .................................... 256 Ton
9. " .................................... 512
10. " .................................. 1.024
15. " ................................. 32.768
20. " ............................... 1.048.576 Unbekannt
25. " ...............................33.554.432
30. " ........................... 1.073.741.824 Elektrizität
35. " ...........................34.359.738.368
40. " ........................1.099.511.627.776 Unbekannt
45. " .......................35.184.372.088.832 "
46. " .......................70.368.744.177.664
47. " ......................140.737.488.355.328 Hitze
48. " ......................281.474.976.710.656
49. " ..................... 562.949.953.421.312 Licht
50. " ................... 1.125.899.906.842.624 Chem. Strahlen
51. " ................... 2.251.799.813.685.248 Unbekannt
57. " ................. 144.115.188.075.855.872 "
58. " ..................288.230.376.151.711.744
59. " ................. 576.460.752.303.423.488 X-Strahlen
60. " ............... 1.152.921.504.606.846.976
61. " ............... 1.305.843.009.213.693.952
62. " ............... 4.611.686.018.427.387.904 Unbekannt
Wenn diese drei Farben sich, wie aus Diagramm 11 ersichtlich, vermischen, so erscheinen vier weitere Farben, die drei sekundären Farben - jede hervorgegangen aus der Mischung von zwei Urfarben - und eine Farbe (Indigo), welche die gesamte Farbenskala enthält, also alle sieben Farben des Spektrums. Diese sieben Farben stellen die sieben Geister (spirits) vor dem Throne dar. So wie die Farben verschieden sind, so sind es auch die sieben Geister, von denen jeder eine andere Mission im Königreich Gottes, in unserem Sonnensystem hat.
Die sieben Planeten, die um die Sonne kreisen, sind die dichten Körper der sieben Planetengeister. Ihre Namen sind: Uranus mit einem Mond, Saturn mit acht Monden, Jupiter mit vier Monden, Mars mit zwei Monden, die Erde mit ihrem Mond, Venus und Merkur (1909).
Man findet immer, daß Körper dem Zweck, für den sie erschaffen sind, entsprechen, daher sind die dichten Körper der sieben Planetengeister kugelförmig. Diese Form ist am besten der ungeheuren Geschwindigkeit angepaßt, mit welcher sie den Raum durcheilen. Die Erde zum Beispiel legt in ihrer Umlaufbahn ungefähr 119 000 km (ca. 66 000 Meilen) in der Stunde zurück.
Der menschliche Körper hatte in der Vergangenheit eine von der heutigen verschiedene Gestalt, und er wird auch in Zukunft anders gestaltet sein. Während der Involution war er nahezu kugelförmig, wie er es jetzt noch in einem Stadium seines vorgeburtlichen Lebens ist. Die Entwicklung in der Gebärmutter ist eine Wiederholung der vergangenen Evolutionsstufen. In der Evolution entwickelte der Mensch die Kugelform, weil seine Energien nach innen auf den Ausbau seiner eigenen Träger gerichtet waren, so wie sich der Embryo innerhalb der Kugel der Gebärmutter entwickelt.
Der dichte Körper und der Lebensleib des Menschen streckten sich, aber seine höheren Träger haben noch die
Eiform beibehalten. Das ordnende und herrschende Gehirn liegt an einem Ende des dichten Körpers. Das ist für ein solches Organ die ungünstigste Stellung. Impulse, die vom Gehirn ausgehen, brauchen zu viel Zeit, bis sie zum anderen Ende des Körpers gelangen, zu den Füßen z.B. Ebenso ist es mit den Eindrücken, die von den Füßen zum Gehirn gelangen. Bei Brandverletzungen hat die Wissenschaft nachgewiesen, daß bei der Botschaft, die von der bedrohten Stelle zum Gehirn und wieder zurück geleitet wird, zu viel Zeit verloren geht und daher Brandblasen zustande kommen.
Diese Unzulänglichkeit würde beträchtlich vermindert, wenn das Gehirn im Zentrum des Körpers läge. Empfindungen und Reaktionen würden viel schneller aufgenommen und übermittelt werden. In den kugelförmigen Planeten lenkt der Planetengeist die Bewegung seines Trägers vom Mittelpunkt aus. In künftigen Zeiten wird sich der Mensch nach rückwärts biegen, wie aus Diagramm 12 ersichtlich ist. Er wird eine Kugel werden und seine Energie nach außen richten, weil die Kugelgestalt die größte Bewegungsleichtigkeit nach allen Richtungen erlaubt, ebenso die Verbindung gleichzeitiger Bewegungen.
Die Rosenkreuzer-Weltanschauung lehrt, daß für die Planeten eine weitere Entwicklung vorgesehen ist. Wenn sich die Wesen auf einem Planeten genügend entwikelt haben, wird der Planet zur Sonne, zum festen Mittelpunkt eines Sonnensystems. Wenn sich die Wesen darauf bis zu einem noch höheren Grad entwickelt haben und diese Sonne ihr größtes Maß an Glanz erreicht haben wird, löst sie sich in einen Tierkreis auf und wird sozusagen der Mutterleib eines neuen Sonnensystems.
So gewinnen die großen Scharen göttlicher Wesen, die bis dahin auf diese Sonne beschränkt waren, über eine große Zahl von Gestirnen Handlungsfreiheit, von wo aus sie auf verschiedene Weise das System, das sich innerhalb ihrer Einflußsphäre entwickelt, beeinflussen können. Die Planeten oder menschentragenden Welten innerhalb des Zodiaks werden beständig von diesen Kräften, wenn auch auf verschiedene Weise beeinflußt, je nach dem erreichten Evolutionszustand.
Unsere Sonne konnte nicht zur Sonne werden, bevor sie nicht alle Wesen ausgeschieden hatte, die nicht genügend entwickelt waren, um die hohe Schwingungszahl und die große Leuchtkraft der Wesen zu ertragen, die dieser Entwicklung fähig waren. Alle Wesen, die jetzt den verschiedenen Planeten angehören, wären vernichtet worden, wären sie auf der Sonne geblieben.
Diese sichtbare Sonne ist wohl die Entwicklungsstätte für Wesen, die weit über der menschlichen Stufe stehen, doch ist sie keineswegs die Erzeugerin der anderen Planeten, wie die materielle Wissenschaft vermutet. Sie ist im Gegenteil selbst eine Ausstrahlung der Zentralsonne, der unsichtbaren Quelle von allem, was in unserem Sonnensystem ist. Unsere sichtbare Sonne ist nur der Spiegel, worin die Energiestrahlen der geistigen Sonne reflektiert werden. Die wirkliche Sonne ist so unsichtbar wie der wirkliche Mensch.
Als die Trennung im Chaos mit der Dämmerung der Erdperiode begann, war Uranus der erste Planet, der aus dem Nebel hinausgeschleudert wurde. Es war kein Licht außer dem blassen Licht des Tierkreises. Das Leben, das mit dem Uranus ausschied, soll ziemlich zurückgeblieben sein und sich sehr, sehr langsam entwickeln.
Als nächster wurde Saturn ausgeschieden. Er ist das Tätigkeitsfeld für das Leben, das in der Entwicklung dem der Saturnperiode entspricht. Dieser Planet wurde vor dem Aufglühen des Nebels ausgeschieden und war (wie alle Nebel, wenn sie durch die Saturnperiode ihrer Entwicklung gehen) keine Lichtquelle, sondern ein Reflektor.
Kurz danach, als der Nebel glühend geworden war, wurde Jupiter abgetrennt. Die Hitze auf dem Jupiter ist nicht so groß wie die der Sonne, der Venus oder des Merkur. Wegen seiner ungeheuren Masse ist er fähig, seine Hitze zu behalten, und wird so zum geeigneten Entwicklungsplatz für eine Reihe sehr fortgeschrittener Wesen. Er entspricht dem Stadium, das die Erde in ihrer Jupiterperiode erreichen wird.
Mars ist ein Mysterium, und über ihn kann nur ein beschränktes Maß von Mitteilungen herausgegeben werden. Immerhin können wir sagen, daß das Leben auf dem Mars sehr zurückgeblieben ist, und die sogenannten "Kanäle" keine Ausgrabungen in der Oberfläche des Planeten sind. Sie sind Strömungen, so wie sie sich während der atlantischen Epoche über unseren Planeten ausbreiteten (die Überreste sind noch heute im Nord- und Südlicht zu beobachten).
Auf diese Weise kann das von den Astronomen bemerkte Wechseln der Marskanäle erklärt werden. Wenn sie wirklich Kanäle wären, so könnten sie schwerlich wechseln. Aber Strömungen, die von den Marspolen ausgehen, können das.
Die Erde mit ihrem Mond wurde als nächste von der Sonne ausgesetzt und noch später folgten Venus und Merkur. Diese und Mars werden an einer späteren Stelle in Verbindung mit der menschlichen Evolution auf der Erde noch eingehender betrachtet werden und bedürfen deswegen für den Augenblick keiner weiteren Beachtung.
Wenn ein Planet Monde hat, so zeigt das, daß auf ihm Wesen waren, deren Entwicklung zu sehr zurückblieb, um an der Hauptlebenswoge teilzunehmen, und die daher vom Planeten ausgesetzt wurden, damit sie den Fortschritt der Pioniere nicht hindern. Das ist mit den Wesen der Fall, die unseren Mond bewohnen.
Im Fall des Jupiter wird es als wahrscheinlich angesehen, daß die Bewohner von drei seiner Monde vielleicht fähig sein werden, das Leben auf dem Mutterplaneten einzuholen. Man ist jedoch der Meinung, daß einer der anderen ein achter Himmelskörper ist, ähnlich unserem Mond, wo Rückschritt und Auflösung des bereits erworbenen Trägers die Folge von zu engen Verwachsenseins mit der materiellen Existenz des Teils der sich entwickelnden Wesen sein werden, die sich selbst zu diesem beklagenswerten Ende gebracht haben.
Neptun und seine Satelliten gehören eigentlich nicht zu unserem Sonnensystem. Die anderen Planeten, besser gesagt, ihre Geister (spirits), üben einen Einfluß auf die gesamte Menschheit aus. Neptun jedoch wirkt auf eine Klasse von Menschen, zu der auch die Astrologen gehören, einen ganz besonders starken Einfluß aus. Der Verfasser zum Beispiel hat mehrere Male seinen zwingenden Einfluß deutlich gefühlt.
Wenn die Nachzügler auf einem Mond ihren Zustand verbessert haben und zum Mutterplaneten zurückgekehrt sind, oder wenn fortgesetztes Zurückbleiben vollständige Auflösung ihrer Träger zur Folge gehabt hat, so beginnt der verlassene Mond sich ebenfalls aufzulösen. Der geistige Impuls, der ihn für Äonen in einer bestimmten Bahn vorwärtstrieb, kann aber noch Äonen fortdauern, nachdem der Mond verlassen worden ist, und vom physischen Standpukt aus kann er noch immer ein Satellit des von ihm umkreisten Planeten sein. Mit der Zeit nimmt die Anziehungskraft seines Mutterplaneten ab. Seine Bahn erweitert sich, bis er die Grenze des Sonnensystems erreicht. Er wird dann in den zwischen den Sternen befindlichen Raum hinausgestoßen und im Chaos aufgelöst. Die Ausstoßung dieser aschenartigen, toten Welt erfolgt wie die Ausstoßung eines harten Fremdkörpers im menschlichen Organismus durch das Fleisch zur Haut.
Die Asteroiden sind ein Beispiel, um dies zu veranschaulichen. Sie sind Überreste von Monden, die einstmals Venus und Merkur umkreisten. Die dorthin verbannten Wesen werden in der Esoterik "Herren der Venus" und "Herren des Merkur" genannt. Sie erlangten ihren verlorenen Zustand in großem Maß durch Dienste wieder, die sie der Menschheit leisteten. Wir werden später mehr darüber hören. Sie sind jetzt wohlbehalten auf ihrem Mutterplaneten, während die von ihnen bewohnten Monde sich zum Teil aufgelöst haben und weit außerhalb der Erdbahn kreisen. Es gibt in unserem System noch andere "scheinbare" Monde, aber die Rosen- kreuzer-Weltanschauung befaßt sich nicht mit ihnen, da sie sich außerhalb des Evolutionsweges befinden.