Die
Rosenkreuzer-Weltanschauung

von Max Heindel




   SEITE 175/176

ABSCHNITT 2

Kosmogenesis und Antropogenesis

   SEITE 177

  

V. Die Beziehung des Menschen zu Gott

   In den vorhergehenden Kapiteln haben wir den Menschen in seiner Beziehung zu den drei der fünf Welten betrachtet, in denen seine Entwicklung vor sich geht. Wir haben diese Welten zum Teil beschrieben und von den verschiedenen Trägern des Bewußtseins, durch die er zu ihnen in Beziehung steht, Kenntnis genommen. Wir haben seine Beziehung zu den drei anderen Reichen, dem Mineral-, dem Pflanzenund dem Tierreich betrachtet und haben die Unterschiede der Träger und die Verschiedenheit der Bewußtseinszustände zwischen dem Menschen und jedem dieser Reiche, kennengelernt.

   Wir sind dem Menschen durch einen Lebenskreislauf in den drei Welten gefolgt und haben die Wirkung der Zwillingsgesetze von Ursache und Wirkung und Wiedergeburt in ihrem Einfluß auf die Evolution des Menschen geprüft.

   Um weitere Einzelheiten des menschlichen Fortschrittes zu erfahren, müssen wir jetzt seine Beziehung zu dem großen Urheber des Weltalls, zu Gott und den verschiedenen Hierarchien himmlischer Wesen, auf den vielen Stufen der Jakobsleiter, die sich vom Menschen zu Gott und dem Jenseits erstreckt, kennenlernen.

   Diese Aufgabe ist äußerst schwierig und wird zusätzlich noch durch die unbestimmte Auffassung erschwert, die sich die Mehrheit der Leser aus der einschlägigen Literatur über Gott gebildet hat. Es ist wahr, daß Namen an und für sich nicht wichtig sind. Aber es ist von größter Wichtigkeit, was wir uns unter einem Namen vorstellen sollen, da sonst Mißverständnisse die natürliche Folge sind. Und wenn die Autoren und Lehrer sich nicht einer gemeinsamen Terminilogie bedienen, wird die Verwirrung noch heilloser.

   SEITE 178

  

Diagramm 6: Das Höchste Wesen, die kosmischen Ebenen und Gott

   SEITE 179

   Wenn der Name "Gott" gebraucht wird, so ist es immer ungewiß, ob das Absolute, das Eine Sein, oder das Höchste Wesen - das der große Urheber des Weltalls ist - oder Gott, der Urheber unseres Sonnensystems, gemeint ist.

   Auch die Einteilung von Gott in "Vater", "Sohn" und den "Heiligen Geist" ist verwirrend. Obwohl die Wesen, die durch diese Namen bezeichnet werden, unermeßlich weit über dem Menschen stehen und es wert sind, daß wir ihnen all unsere Ehrerbietung und Anbetung schenken, die der Mensch fähig ist, der Gottheit entgegenzubringen, so sind sie doch voneinander verschieden.

   Vielleicht machen Diagramm 6 und 11 dieses Thema verständlich. Man muß behalten, daß die Welten und kosmischen Ebenen nicht übereinander im Raum liegen, sondern daß die sieben kosmischen Ebenen, gleich wie auch die sieben Welten, einander durchdringen. Es sind dies Zustände sich einander durchdringender Geist-Materie, so daß Gott und die anderen großen oben erwähnten Wesen räumlich nicht weit voneinander entfernt sind.

   Sie durchdringen jeden Teil ihrer eigenen und jener Reiche, die von größerer Dichtigkeit als die ihren sind. Sie sind alle in unserer Welt gegenwärtig und stehen uns tatsächlich "näher als Hände und Füße". Es ist wörtlich wahr, wenn wir sagen: "In Ihm leben und bewegen wir uns und haben wir unser Sein", denn keiner von uns könnte außerhalb dieser großen Intelligenzen existieren, die unsere Welt mit ihrem Leben durchfluten und erhalten.

   Es wurde gezeigt, daß die Ätherregion sich über die Atmosphäre unserer dichten Erde erstreckt, daß die Empfindungswelt weiter in den Raum hinausragt, als die Ätherregion, auch, daß die Gedankenwelt sich tiefer in den interplanetarischen Raum hinaus erstreckt, als irgendeine der vorgenannten Regionen. Die Welten aus feinerer Substanz nehmen einen größeren Raum ein als die dichtere Welt, die sich kristallisiert und verdichtet hat und daher weniger Raum benötigt.

   SEITE 180

   Nach demselben Prinzip sind auch die kosmischen Ebenen (planes) wirksam. Wenn wir von oben nach unten zählen, ist die dichteste von allen die siebte. Sie wird im Diagramm größer als irgendeine der anderen dargestellt, da wir mit dieser Ebene am innigsten verknüpft sind und ihre einzelnen Unterabteilungen angeführt werden mußten. In Wirklichkeit nimmt sie aber weniger Raum ein als irgend eine der anderen kosmischen Ebenen.

   Dennoch muß behalten werden, daß sie in bezug auf ihre Ausdehnung selbst mit dieser Einschränkung unermeßlich groß und weit außerhalb jeder menschlichen Vorstellungskraft liegt und Millionen von Sonnensystemen ähnlich dem unseren umfaßt. Diese Sonnensysteme wiederum dienen den Wesen vieler Grade als Entwicklungsfelder, die in etwa unserem eigenen Entwicklungsrang gleichen.

   Von den sechs kosmischen Ebenen, die über der unseren liegen, wissen wir nichts, außer daß uns gesagt wurde, daß sie großen Hierarchien von Wesen unbeschreiblicher Herrlichkeit als Betätigungsfeld dienen.

   Wenn wir aus unserer physischen Welt zu den inneren und feineren Welten fortschreiten und durch die kosmischen Ebenen hinaufsteigen, so finden wir, daß Gott, der Urheber unseres Sonnensystems - die Quelle und das Ziel unseres Seins - in der höchsten Abteilung der siebten kosmischen Ebene zu finden ist; sie ist Seine Welt. Sein Reich schließt all jene Entwicklungssysteme mit ein, die auf den übrigen Planeten unseres Sonnensystems - Uranus, Saturn, Jupiter, Mars, Erde, Venus, Merkur und ihren Satelliten fortgeführt werden.

   Die großen geistigen Intelligenzen, die wir als Planetengeister bezeichnen und die diese Evolutionen leiten, heißen "die sieben Geister vor dem Throne", sie sind Gottes Gesandte. Jedem von ihnen untersteht eine besondere Abteilung Seines Königreiches, das unser Sonnensystem ist. Die Sonne ist das Feld für die Evolution der erhabensten Wesen unseres Kosmos. Sie allein können die gewaltigen

   SEITE 181

Schwingungen der Sonne ertragen und durch sie vorwärtskommen. Die Sonne kommt einem uns zugänglichen sichtbaren Symbol der Gottheit am nächsten und ist doch nur ein Schleier für Das, was dahinter steht. Was Das ist, kann nicht öffentlich geäußert werden.

   Wenn wir versuchen, den Ursprung des Urhebers unseres Sonnensystems zu entdeken, so müssen wir zur höchsten der sieben kosmischen Ebenen vordringen. Wir sind dann im Reich des Höchsten Wesens, das aus dem Absoluten ausstrahlte.

   Das Absolute liegt jenseits des Verständnisses. Kein Ausdruck, kein Gleichnis, zu dessen Verständnis wir fähig wären, kann auch nur annähernd davon eine Idee vermitteln. Manifestation schließt Begrenzung mit ein. Darum können wir der Charakterisierung des Absoluten noch am nächsten kommen, wenn wir es als grenzenloses Wesen, als die Wurzel des Seins bezeichnen.

   Aus der Wurzel des Seins - dem Absoluten - geht im Anfang der Manifestation das Höchste Wesen hervor. Das ist DER EINE.

   Im 1. Kapitel des Johannes-Evangeliums wird dieses große Wesen Gott genannt. Von diesem höchsten Wesen geht das Wort aus, das schöpferische Fiat, "ohne dasselbe nichts gemacht ist". Dieses Wort ist der eingeborene Sohn, geboren von seinem Vater (dem Höchsten Wesen), bevor alle Welten erschaffen wurden, der aber durchaus nicht Christus ist. So erhaben und glorreich Christus auch ist, so hoch er auch über der rein menschlichen Natur steht, so ist er dennoch nicht dieses Erhabene Wesen. In Wahrheit war "das Wort Fleisch geworden", aber nicht im begrenzten Sinn vom Fleisch des einen Körpers, sondern dem Fleisch von allem, was ist, in diesem und in Millionen anderer Sonnensysteme.

   Der erste Aspekt des Höchsten Wesens kann als KRAFT charakterisiert werden. Aus diesem geht der zweite Aspekt, das WORT, hervor, und aus beiden entspringt der dritte Aspekt, die BEWEGUNG.

   Aus diesem dreifachen Höchsten Wesen gehen die sieben großen Logoi hervor. Sie enthalten in sich all die großen

   SEITE 182

   Hierarchien, die sich mehr und mehr unterscheiden, indem sie sich durch die verschiedenen kosmischen Ebenen verbreiten (siehe Diagramm 6). Auf der zweiten kosmischen Ebene befinden sich 49 Hierarchien; auf der dritten 343 Hierarchien. Jede hat die Fähigkeit einer siebenfältigen Teilung und Unterteilung, so daß in der niedersten kosmischen Ebene, in der sich die Sonnensysteme manifestieren, die Zahl der Teilungen und Unterteilungen nahezu unendlich ist.

   In der höchsten Welt der siebten kosmischen Ebene wohnt der Gott unseres Sonnensystems und die Götter aller anderen Sonnensysteme des Universums. Auch diese großen Wesen sind gleich dem Höchsten Wesen in ihrer Manifestation dreifältig. Ihre drei Aspekte sind Wille, Weisheit und Tätigkeit.

   Jeder der sieben Planetengeister, die aus Gott hervorgehen und denen die Überwachung der Evolution des Lebens auf einem der sieben Planeten obliegt, ist ebenfalls dreifältig und teilt in sich selbst schöpferische Hierarchien ab, die durch eine siebenfache Evolution schreiten. Jede von einem Planetengeist geführte Entwicklung unterscheidet sich von den Entwicklungsmethoden, welche die anderen Planetengeister anwenden.

   Ferner soll noch festgestellt werden, daß die in den frühesten Stadien am weitesten entwickelten Wesen, die schon in vorhergehenden Evolutionen eine hohe Stufe erreicht haben, allmählich die Tätigkeit des ursprünglichen Planetengeistes übernehmen. Dann zieht sich der ursprüngliche Planetengeist von tätiger Anteilnahme zurück, um nur seine Regenten zu leiten. Das gilt wenigstens in dem Planetensystem, dem wir angehören.

   Im Vorhergehenden wurden jene Lehren mitgeteilt, die sich auf alle Sonnensysteme beziehen. Doch absteigend zu dem Sonnensystem, dem wir angehören, ist es dem geübten Hellseher möglich, die folgenden Lehren für sich selbst zu beschaffen, indem er persönlich im Gedächtnis der Natur forscht.

   SEITE 183

VI. Der Entwicklungsplan

Der Anfang

   In Übereinstimmung mit dem hermetischen Grundsatz, "Wie oben, so unten" und umgekehrt, werden Sonnensysteme geboren, sterben und werden ebenso wie der Mensch in Kreisläufen der Tätigkeit und der Ruhe wiedergeboren.

   In jedem Teil der Natur ist ein unaufhörliches Aufflammen und Absterben des tätigen Lebens, das dem Wechsel von Ebbe und Flut, von Tag und Nacht, von Sommer und Winter, von Leben und Tod gleicht.

   Es wird gelehrt, daß zu Beginn eines Schöpfungstages ein gewisses großes Wesen (das im Westen den Namen Gott trägt, das in anderen Teilen der Erde jedoch anders genannt wird) sich auf einen von ihm selbst erwählten Teil eines Raumes beschränkt, um zum Zweck der Entwicklung vermehrten Selbstbewußtseins ein Sonnensystem zu erschaffen (siehe Diagramm 6).

   Es umschließt in seinem eigenen Wesen Heerscharen glorreicher Hierarchien von für unsere Begriffe unermeßlich geistiger Kraft und Herrlichkeit. Sie sind die Früchte der vergangenen Manifestationen dieses selben Wesens. Ebenso befinden sich in ihm auch andere Intelligenzen in absteigenden Graden der Entwicklung bis herab zu denen, die unsere gegenwärtige Bewußtseinsstufe noch nicht erreicht haben, doch wird es diesen nicht möglich sein, ihre Entwicklung in diesem System zu vollenden.

   In Gott, diesem großen allumfassenden Wesen, sind kleinere Wesenheiten von jeder Intelligenzstufe und jedem Bewußtseinszustand enthalten, beginnend von der Allwissenheit bis zu einer Unbewußtheit, tiefer als der tiefste Trancezustand.

   SEITE 184

   Während der Manifestationsperiode, mit der wir uns nun befassen, arbeiten diese verschiedenartigen Wesen, um ein Mehr an Erfahrungen zu erwerben, als sie zu Beginn dieser Daseinsperiode besessen hatten. Diejenigen, welche in der früheren Existenz den höchsten Bewußtseinsgrad erreicht haben, arbeiten an denen, die noch gar kein Bewußtsein entwickelten. Sie rufen in ihnen einen Zustand des Selbstbewußtseins hervor, der sie befähigt, für sich selbst weiterzuarbeiten. Diejenigen, die mit ihrer Entwicklung an einem früheren Manifestationstag begonnen hatten, jedoch noch nicht weit gekommen waren, als dieser endete, nehmen ihre Arbeit wieder auf, so wie wir unsere tägliche Arbeit wieder dort aufnehmen, wo wir sie am vorhergehenden Abend beendeten.

   Doch nicht alle diese verschiedenen Wesen nehmen ihre Entwicklung in den frühen Stadien einer neuen Manifestation auf. Einige von ihnen müssen warten, bis ihre Vorgänger die Bedingungen geschaffen haben, die sie zu ihrer weiteren Entwicklung benötigen. In der Natur gibt es keine plötzlichen Vorgänge. Alles ist ein ungemein langsames Entfalten, eine Entwicklung, die, obwohl sie so außerordentlich langsam vor sich geht, doch mit absoluter Sicherheit der schließlichen Vollendung zustrebt. Ebenso wie es im Leben des Menschen fortschreitende Abstufungen gibt - die Kindheit, die Jugend, das Mannes- oder Frauen- und das Greisenalter - so finden wir auch im Makrokosmos verschiedene Stufen, die den verschiedenen Zeitabschnitten mikrokosmischen Lebens entsprechen.

   Ein Kind kann nicht die Pflichten der Vater- oder Mutterschaft übernehmen. Seine unentwickelten geistigen und physischen Fähigkeiten machen es zu dieser Arbeit ungeeignet. Dasselbe gilt von den geringer entwickelten Wesen zu Beginn der Manifestationsperiode. Sie müssen solange warten, bis die Höherentwickelten ihnen die nötigen Bedingungen bereitet haben. Je niedriger die Intelligenzstufe des sich entwickelnden Wesens ist, um so mehr ist es auf eine Hilfe von außen angewiesen.

   SEITE 185

   So arbeiten die höchstentwickelten Wesen zu Beginn an denen, die in der Unbewußtheit am tiefsten befangen sind. Später übergeben sie diese weniger entwickelten Wesenheiten, die dann fähig sind, die Arbeit etwas weiter voran zu bringen. Endlich ist das Selbstbewußtsein erwacht; das sich entwikelnde Leben ist Mensch geworden.

   Von dem Augenblick an, in dem das selbstbewußte persönliche Ego ins Sein getreten ist, muß es ohne Hilfe weiterschreiten und sein Bewußtsein erweitern. Dann müssen Erfahrung und Nachdenken an die Stelle der äußeren Lehrer treten, und die Erhabenheit, die Macht und die Herrlichkeit, die sich der Mensch erwerben kann, sind ohne Grenzen.

   Die Zeitperiode, in der das Selbstbewußtsein erlangt wird und die Träger erbaut werden, durch die sich der Geist im Menschen manifestieren kann, heißt "Involution", die folgende Existenzperiode hingegen, während der das individuelle menschliche Wesen das Selbstbewußtsein zum göttlichen Allwissen entwickelt, heißt "Evolution".

   In dem sich entwickelnden Wesen wohnt eine Kraft, welche erst die Entwicklung zu dem macht, was sie ist, und sie nicht nur ein Wachstum von latenten, im Keim vorhandenen Möglichkeiten sein läßt. Sie gestaltet die Evolution jedes einzelnen Individuums verschieden von dem der anderen; sie führt das Element der Originalität ein und gewährt den schöpferischen Fähigkeiten Spielraum, die das sich entwikelnde Wesen pflegen muß, um einst ein Gott werden zu können. Diese Kraft heißt "Genius" und manifestiert sich, wie früher erklärt wurde, als "Epigenesis".

   Viele fortgeschrittene Philosophen der heutigen Zeit erkennen Involution und Evolution an. Die Wissenschaft hingegen, die sich nur mit der Formseite der Manifestation befaßt, erkennt nur die Evolution an. Die Involution ist ein Teil des Lebens, aber die fortschrittlichste Wissenschaft erkennt Epigenesis bereits als eine beweisbare Tatsache an. Die Rosenkreuzer-Weltanschauung verschmilzt alle drei, weil sie

   SEITE 186

diese für notwendig hält, um die vergangene, die gegenwärtige und die zukünftige Entwicklung des Systems, dem wir angehören, zum vollkommenen Verständnis zu bringen.

Die Welten

   Wir können ein wohlbekanntes Beispiel auf die Erbauung eines Kosmos anwenden. Setzen wir voraus, daß ein Mann ein Haus zu errichten wünscht, um darin zu leben. Erst wählt er einen passenden Ort, dann geht er daran, sein Haus zu erbauen und teilt es, um bestimmten Zwecken gerecht zu werden, in verschiedene Räume. Er macht eine Küche, ein Speisezimmer, Schlafräume und Badezimmer, und richtet sie danach so ein, damit sie zweckerfüllend dienen können.

   Wenn es Gott danach verlangt, zu erschaffen, so wählt Er im Raum einen geeigneten Ort, den Er mit seiner Aura erfüllt, wodurch ein jedes Atom der kosmischen Ursubstanz dieses Raumabschnittes von Seinem Leben durchdrungen wird. Auf diese Art wird die in jedem ungeteilten Atom schlummernde Tätigkeit erweckt.

   Diese kosmische Ursubstanz ist ein Ausdruck des negativen Pols des Universalgeistes, während das große schöpferische Wesen, das wir Gott nennen (und von dem wir, als Geistwesen, Teile sind), ein Ausdruck der positiven Energie desselben Absoluten Universalgeistes ist. Aus der Arbeit des einen an dem anderen ist all das entstanden, was wir in der physischen Welt sehen und um uns vorfinden. Die Meere, das Festland, alles, was sich als Mineral, als Pflanze, als Tier oder als menschlicher Körper äußert, sie alle sind kristallisierter Raum, ausgestrahlt aus dieser negativen Geistsubstanz, die zur Zeit der Urdämmerung des Seins alleine da war. So sicher, wie das harte, kalkige Haus der Schnecke aus den verdichteten Säften ihres weichen Körpers entstand, so sicher sind alle Formen Kristallisationen um den negativen Pol des Geistes.

   Gott zieht kosmische Ursubstanz von außerhalb seiner unmittelbaren Sphäre an sich. Darum wird die Substanz in-

   SEITE 187

nerhalb des werdenden Kosmos dichter, als sie im Weltraum zwischen den Sonnensystemen ist.

   Wenn nun Gott auf solche Art das Material für seinen Lebensraum vorbereitet hat, macht er in diesem Ordnung. Jeder Teil des Systems wird von seinem Bewußtsein durchdrungen, aber in jedem Teil ist eine andere Bewußtseinsäußerung. Die kosmische Ursubstanz wird in verschiedene Arten von Schwingungen versetzt und ist daher in ihren Abteilungen oder Regionen verschieden beschaffen.

   So sehen wir, wie die Welten ins Leben treten und, um der Entwicklung zu dienen, verschiedenen Zwecken angepaßt werden, so wie die verschiedenen Räume des Hauses dem täglichen Leben in der physischen Welt angepaßt werden.

   Wir haben schon gehört, daß es sieben Welten gibt. Jede dieser Welten hat einen verschiedenen "Rhythmus" (measure) und eine unterschiedliche Vibrationszahl. In der physischen Welt und somit in der dichtesten, ist die Zahl der Schwingungen - obschon sie bei den Lichtwellen hunderte von Billionen in der Sekunde erreicht - im Vergleich zur Schnelligkeit der Schwingungen der ihr am nächsten gelegenen Empfindungswelt, verschwindend klein. Um einen ungefähren Begriff der verschiedenartigen Höhen der Schwingungen zu erhalten, ist es vielleicht am leichtesten, die Wärmeschwingung, die von einem sehr heißen Ofen oder von einem beim Fenster stehenden Heizkörper (steam radiator) ausgeht, zu beobachten.

   Vergessen wir nie, daß diese Welten voneinander nicht durch Raum oder Entfernung getrennt sind, wie das zwischen der Erde und den anderen Planeten der Fall ist. Sie sind Zustände der Materie von verschiedener Dichtigkeit und Schwingung, so wie es die festen Körper, Flüssigkeiten und Gase unserer dichten Welt sind. Diese Welten werden nicht sofort zu Beginn eines Schöpfungstages erschaffen, sie dauern auch nicht bis zu seinem Ende; aber so wie eine Spinne einen Faden ihres Netzes nach dem anderen spinnt, so scheidet Gott eine dieser Welten nach der anderen in sich selbst, so wie der Evolutionsplan es erfordert, mit dem er

   SEITE 188

sich befaßt. So sind nach und nach alle sieben Welten geschieden worden, bis sie ihre jetzige Form erreichten.

   Die höchsten Welten wurden zuerst geschaffen. Und da der Involution die Aufgabe obliegt, das Leben nach und nach in immer dichtere Materie zu bringen, um Formen zu erbauen, so verdichten sich allmählich auch die feineren Welten und neue Welten werden abgeteilt, um als nötige Glieder zwischen Gott und den dichteren Welten zu dienen. Zur rechten Zeit ist der höchste Grad der Verdichtung - der Nadir materiellen Lebens - erreicht; von diesem Zeitpunkt an beginnt das Leben mit fortschreitender Evolution, in höhere Welten aufzusteigen. Dann bleiben die dichteren Welten eine nach der anderen entvölkert zurück.

   Wenn der Zweck erfüllt ist, zu dem eine besondere Welt erschaffen wurde, so beendet Gott ihre nicht mehr notwendige Existenz, indem er in sich selbst die Tätigkeit einstellt, der diese Welt Wachstum und Erhaltung verdankte.

   Die höchsten (feinstofflichsten, dünnsten und ätherischsten) Welten sind die zuerst erschaffenen und zuletzt ausgeschalteten, während die drei dichtesten Welten, in denen die gegenwärtige Phase unserer Evolution vor sich geht, vergleichsweise vergängliche Erscheinungen sind und dem Untertauchen des Geistes in der Materie entsprechen.

Die sieben Perioden

   Der Evolutionsplan geht durch diese fünf Welten in sieben großen Manifestationsperioden, während deren der jungfräuliche Geist oder das sich entwickelnde Leben zuerst Mensch und dann ein Gott wird.

   Zu Beginn der Manifestation scheidet Gott in sich selbst (nicht aus sich heraus) diese jungfräulichen Geister wie die

   SEITE 189

Funken einer Flamme. Sie sind von der gleichen Natur und befähigt, sich selbst zu Flammen zu entfachen. Evolution ist der Anfachungsprozeß, der diesem Ziel dienen soll. In diesen jungfräulichen Geistern schlummern alle Möglichkeiten ihres göttlichen Vaters, auch der Keim des unabhängigen Willens, der sie befähigt, neue, in ihnen nicht latent vorhandene Phasen zu erzeugen. Die latenten Möglichkeiten werden in bewegende Kräfte und in während der Evolution auszunützende Fähigkeiten umgesetzt, wogegen der unabhängige Wille oder die Epigenesis neue und originale Wendungen in die Wege leitet.

   Ehe der jungfräuliche Geist eine Pilgerschaft durch die Materie antritt, ist er in der Welt der jungfräulichen Geister, der Welt, die der höchsten unter den sieben Welten am nächsten steht. Er hat göttliches Bewußtsein, aber kein Selbstbewußtsein. Die Seelenkraft und der schöpferische Intellekt sind Fähigkeiten oder Kräfte, die durch die Evolution erlangt werden sollen.

   Wenn der jungfräuliche Geist in die Welt des göttlichen Geistes hinabtaucht, so wird er durch diese Materie geblendet und vollkommen unbewußt gemacht. So ist er wie der Mensch im tiefsten Trancezustand unempfindlich gegen äußere Einwirkungen. Dieser Zustand des Unbewußtseins herrscht während der ersten Periode vor.

   In der zweiten Periode steigt er zum Zustand des traumlosen Schlafes auf, in der dritten Periode erreicht er den Traumzustand, und in der Mitte der vierten Periode, in der wir uns jetzt befinden, das volle, wache Bewußtsein des Menschen. Dies ist ein Bewußtsein, das nur der niedersten der sieben Welten angehört. Während der übrigbleibenden Hälfte dieser Periode und der restlichen drei Perioden muß der Mensch das Bewußtsein so erweitern, daß es alle sechs Welten über dieser physischen umfaßt.

   Als der Mensch während seines Abstieges durch diese Welten kam, wurden seine Energien von höheren Wesen geleitet, die ihm halfen, seine unbewußte Energie nach innen zu lenken, um geeignete Träger zu erbauen. Als er endlich

   SEITE 190

fortgeschritten genug und durch den dreifachen Körper mit einem nötigen Instrument ausgerüstet war, gingen diese höheren Wesen daran, "seine Augen zu öffnen", und seinen Blick nach außen auf die chemische Region der physischen Welt zu richten, damit seine Energie sie erobere.

   Wenn er durch seine Arbeit in der chemischen Region dazu vorbereitet ist, wird die nächste Stufe seines Fortschrittes auf die Ausdehnung seines Bewußtseins über die Ätherregion gerichtet sein, dann wird die Empfindungswelt folgen usw.

   In der Terminologie der Rosenkreuzer sind die Namen der sieben Perioden die folgenden:

    1. Die Saturnperiode
    2. Die Sonnenperiode
    3. Die Mondperiode          Diese sieben Perioden sind auf-
    4. Die Erdperiode          einanderfolgende Wieder-
    5. Die Jupiterperiode          geburten unserer Erde.
    6. Die Venusperiode
    7. Die Vulkanperiode

   Man darf durchaus nicht glauben, daß die hier erwähnten Perioden mit den Planeten, die auf ihren Bahnen wie die Erde um die Sonne kreisen, irgend etwas zu tun haben. Es kann nicht eindringlich genug betont werden, daß zwischen diesen Perioden und Planeten keine Verbindung besteht. Die Perioden sind einfach vergangene, gegenwärtige und zukünftige Verkörperungen unserer Erde, "Zustände", durch welche sie durchgegangen ist, durchgeht oder durchgehen wird.

   Die drei ersten Perioden (die Saturn-, Sonnen- und Mond- periode) sind überwunden. Wir befinden uns jetzt in der vierten oder Erdperiode.

   Wenn die Erdperiode unseres Planeten vorüber sein wird, wird er und werden auch wir nach der Reihe die Jupiter-, Venus- und Vulkanzustände durchlaufen, ehe der große siebenfältige Tag der Manifestation zu Ende ist, und alles, was jetzt besteht, wird abermals im Absoluten untertauchen,

   SEITE 191

um zu ruhen und die Früchte unserer Evolution aufzunehmen, wieder emporzutauchen und mit der Dämmerung eines anderen großen Tages weiterer und höherer Entwicklung zuzustreben.

   Die dreieinhalb Perioden, die schon hinter uns liegen, wurden zur Erwerbung unserer gegenwärtigen Träger und unseres augenblicklichen Bewußtseins verwendet. Die noch verbleibenden dreieinhalb Perioden werden zur Vervollkommnung dieser Träger und zur Erweiterung unseres Bewußtseins bis zu einem Zustand, der sich bereits der Allwissenheit nähert, verwendet werden.

   Die Reise, die der jungfräuliche Geist von der Unbewußtheit zur Allwissenheit zurücklegt, und während der er seine latenten Kräfte in bewegende Energie umsetzt, ist ein Prozeß von bewundernswürdiger Mannigfaltigkeit. Es sollen hiervon zuerst nur die gröbsten Umrisse gegeben werden. Im Verlauf unserer Studien werden wir jedoch näher auf Einzelheiten eingehen, bis das Bild so klar ist, wie es der Verfasser zu zeichnen vermag. Die Aufmerksamkeit des Schülers möge sich besonders mit der Erklärung der Bezeichnungen befassen, die mit der Einführung neuer Ideen gegeben werden. Es wird ernsthaft ersucht, sich mit ihnen vertraut zu machen, da beabsichtigt ist, ihm durch die Verwendung ein und desselben, wohlbekannten Wortes für eine Idee, das Studium zu erleichtern. Das Wort soll der zu vermittelnden Idee möglichst knapp angepaßt sein, wodurch hoffentlich viel an Verwirrung vermieden wird, die eine unterschiedliche Terminologie mit sich bringen würde. Wer der Erklärung der Bezeichnungen eingehende Aufmerksamkeit zuwendet, muß selbst bei durchschnittlicher Intelligenz wenigstens eine Kenntnis von den Umrissen des Entwicklungsplanes gewinnen.

   Daß diese Kenntnis von größter Wichtigkeit ist, wird nach unserem Ermessen von jedem intelligenten Menschen anerkannt werden. Wir leben in dieser von Naturgesetzen geleiteten Welt. Unter diesen Gesetzen müssen wir leben und

   SEITE 192

weben und besitzen nicht die Macht, sie zu ändern. Wenn wir sie kennen und klug mit ihnen zusammenarbeiten, so werden sie zu außerordentlich wertvollen Dienern. Siehe u.a. die Elektrizität und die Ausdehnungskraft des Dampfes. Wenn wir sie andererseits nicht verstehen und ihnen in unserer Unwissenheit entgegenarbeiten, werden sie höchst gefährliche Feinde, die furchtbarer Zerstörung fähig sind.

   Je mehr wir von den Arbeitsmethoden der Natur wissen, die nur das sichtbare Symbol des unsichtbaren Gottes ist, umso besser werden wir fähig sein, die Gelegenheiten auszunützen, die sie zum Wachstum, zur Kraft, zur Befreiung aus der Knechtschaft und zum Aufschwung zur Meisterschaft bietet.

   SEITE 193

  

Diagramm 7: Die Saturnperiode

   SEITE 194

  

VII. Der Pfad der Entwicklung

   Hier scheint es mir angebracht, bezüglich der, zu Erläuterungszwecken dienenden Diagramme ein warnendes Wort vorauszuschicken.

   Der Schüler möge sich immer daran erinnern, daß niemals genau sein kann, was je in eine andere Dimension übertragen wird. Das Bild eines Hauses würde uns wenig oder nichts sagen, hätten wir ein solches noch nie gesehen.

   In diesem Fall würden wir in dem Bild nur Linien und Flecken erkennen, doch würde es auf uns keinen Eindruck machen. Diagramme als Illustrationen übersinnlicher Dinge sind in einem noch viel geringeren Maß wahre Darstellungen der Wirklichkeit, aus dem einfachen Grund, weil bei der bildlichen Darstellung das dreidimensionale Haus nur auf zwei Dimensionen reduziert wird, während in den Diagrammen über Zeitperioden, Welten und Globen die Wirklichkeit zwischen vier und sieben Dimensionen hat, und Diagramme von zwei Ausdehnungen, durch die oben genannte darzustellen versucht werden, noch um vieles mehr von der Möglichkeit, sie genau nachzubilden, entfernt sind. Wir dürfen niemals vergessen, daß diese Welten einander durchdringen, und daß die Art, sie in Diagrammen zu zeigen, gleich dem Vorgang wäre, eine Uhr auseinanderzunehmen, und die Räder nebeneinander auf den Tisch zu legen, um zu zeigen, daß sie richtig geht.

   Wenn die Diagramme für den Schüler von irgend einem Nutzen sein sollen, so müssen sie geistig erfaßt werden, da sie ihn sonst verwirren, anstatt aufklären werden.

Kreisläufe und kosmische Nächte

   Die Saturnperiode ist die erste der sieben Perioden, und in diesem frühen Stadium unternehmen die jungfräulichen

   SEITE 195

Geister ihren ersten Schritt der Evolution des Bewußtseins und der Form. Aus Diagramm 7 kann ersehen werden, daß der sich entwickelnde Impuls siebenmal um die sieben Globen, A, B, C, D, E, F und G, kreist, wobei der Pfeil die Richtung anzeigt.

   Zuerst findet ein Teil der Entwicklung auf Globus A statt, der in der Welt des göttlichen Geistes, der feinsten der fünf unser Entwicklungsfeld bildenden Welten ist. Dann wird das sich entwickelnde Leben nach und nach auf Globus B übertragen, der sich in der etwas dichteren Welt des Lebensgeistes befindet. Hier geht ein anderes Stadium der Evolution vor sich. Zur rechten Zeit ist das sich entwickelnde Leben bereit, den Schauplatz von Globus C zu betreten, der sich in der Welt der abstrakten Gedanken befindet und aus deren wiederum dichterem Stoff hergestellt ist. Nachdem die Lehren, welche nur dort gelernt werden können, assimiliert sind, reist die Lebenswoge nach Globus D, der aus der Substanz der konkreten Gedankenwelt besteht und in ihr liegt. Dies ist der dichteste Grad der Materie, welcher in der Saturnperiode erreicht wird.

   Von diesem Punkt aus flutet die Lebenswoge wieder aufwärts zu Globus E, der sich wie Globus C in der Region der abstrakten Gedanken befindet, doch sind die Bedingungen dort nicht dieselben wie auf Globus C, da die Lebenswoge sich in der Involution befindet und die Welten fortwährend dichter werden. Alles hat das Bestreben, im Lauf der Zeit dichter und fester zu werden, und da der Entwicklungsweg eine Spirale ist, so ist es klar, daß, obwohl dieselben Punkte durchschritten werden, die Bedingungen niemals die gleichen sein können, sondern daß diese immer auf einem höheren und fortgeschritteneren Plan liegen.

   Wenn die Arbeit auf Globus E vollendet ist, führt der nächste Schritt zu Globus F, der wie Globus B, in der Welt des Lebensgeistes schwebt.

   In weiterer Folge steigt er zu Globus G auf, und wenn dort die Arbeit vollendet wurde, dann ist die Lebenswoge je

   SEITE 196

einmal um alle sieben Globen gewandert, einmal hinab und wieder hinauf, durch die vier entsprechenden Welten. Diese Reise der Lebenswoge nennt man einen Kreislauf, sieben Kreisläufe bilden eine Periode. Während einer Periode wandert die Lebenswoge also siebenmal durch die vier Welten hinab und hinauf.

   Wenn nun die Lebenswoge siebenmal um die sieben Globen gereist ist und die sieben Kreisläufe beendet hat, schließt der erste Schöpfungstag, worauf ihm eine kosmische Nacht der Ruhe und der Assimilation folgt, nach der dann die Sonnenperiode dämmert.

   So wie die Nacht mit ihrem Schlaf zwischen zwei Erdentagen und die etwas längere Ruhepause zwischen zwei Erdenleben, so ist auch nach der Vollendung der Saturnperiode diese kosmische Nacht der Ruhe keine Zeit passiven Nichtstuns, sondern eine Zeit der Vorbereitung für die Tätigkeit der kommenden Sonnenperiode, während welcher der werdende Mensch noch tiefer in die Materie untertauchen soll. Darum sind neue Globen nötig, deren Positionen in den sieben Welten von jenen in der Saturnperiode verschieden sind. Die Vorsorge für diese neuen Globen und andere subjektive Tätigkeiten beschäftigen die Geister, die sich entwickeln, während des Zwischenraumes zwischen den Perioden und der kosmischen Nacht. Der Vorgang ist folgender:

   Wenn die Lebenswoge in der Saturnperiode Globus A zum letzten Mal verlassen hat, beginnt der Globus sich langsam aufzulösen. Die Kräfte, welche ihn erbauten, werden von der Welt des göttlichen Geistes (in der Globus A während der Saturnperiode schwebte) in die Welt des Lebensgeistes (in der Globus A während der Sonnenperiode schwebt) übertragen. Das können wir aus Diagramm 8 ersehen.

   Sobald die Lebenswoge Globus B in der Saturnperiode zum letzten Mal verlassen hat, beginnt auch dieser sich aufzulösen, und seine Kräfte werden, so wie das Keimatom eines menschlichen Trägers, als Kern für Globus B in der

   SEITE 197

  

Diagramm 8: Die 777 Inkarnationen - 7 Kreisläufe, 7 Globen, 7 Weltperioden

   SEITE 198

Sonnenperiode verwendet, während der dieser Globus in der Region der abstrakten Gedanken lebt. Ebenso werden die Kräfte von Globus C in die Region der konkreten Gedanken übertragen und ziehen dort die Substanz dieser Region als Material an sich, um daraus einen neuen Globus C für die kommende Sonnenperiode zu erbauen. Auch Globus D wird in die Empfindungswelt versetzt; in gleicher Ordnung werden die Globen E, F und G übertragen.

   Die Folge ist (siehe Diagramm 8), daß sich in der Sonnen- periode alle Globen um einen Schritt tiefer in dichterer Materie befinden, als dies in der Saturnperiode der Fall war, so daß die Lebenswoge nach ihrem Hervorbrechen aus der kosmischen Nacht der Ruhe - die zwischen der letzten Tätigkeitszeit auf Globus G in der Saturnperiode und der erneuten Tätigkeit auf Globus A während der Sonnenperiode liegt - eine neue Umgebung mit daraus entspringenden Gelegenheiten für neue Erfahrungen vorfindet.

   Nun kreist die Lebenswoge siebenmal um die sieben Globen der Sonnenperiode und durchquert in auf- und absteigender Reihenfolge siebenmal die vier Welten oder Regionen, in denen diese Globen schweben. Sie macht in der Sonnenperiode ebenso wie in der Saturnperiode sieben Kreisläufe.

   Wenn die Lebenswoge in der Sonnenperiode Globus A zum letzten Mal verläßt, beginnt dieser Globus zu schwinden. Seine Kräfte werden in die dichtere Region der abstrakten Gedanken übertragen, wo sie einen Planeten bilden, der während der Mondperiode verwendet werden soll.

   In gleicher Weise werden die Kräfte der anderen Globen verpflanzt und dienen dort als Kerne für die Globen der Mondperiode, wie wir aus Diagramm 8 ersehen können. Der Vorgang ist der gleiche, wie zur Zeit der Versetzung aus ihrer Position von der Saturnperiode in die der Sonnen- periode.

   SEITE 199

So wurden die Globen während der Mondperiode noch um einen Schritt tiefer in die Materie gestellt, als dies zur Zeit der Sonnenperiode der Fall war, und der tiefste (Globus D) taucht dann bereits in die Ätherzone der physischen Welt ein.

   Nach der kosmischen Nacht, die auf die Sonnenperiode folgt, beginnt die Lebenswoge in der Mondperiode ihren Weg auf Globus A. Wie vorher vollendet sie dort sieben Kreisläufe, worauf eine weitere kosmische Nacht folgt, während der die Globen wiederum übertragen werden. Diesmal dringt der dichteste Globus schon in die chemische Region der physischen Welt ein, wie wir dies aus Diagramm 8 ersehen können.

   Das ist nun die Erdperiode, und deren niederster und dichtester Globus (Globus D) ist unsere jetzige Erde.

   Auch hier begann die Lebenswoge ihren Lauf auf Globus A, nachdem der Mondperiode eine kosmische Nacht gefolgt war. Zur gegenwärtigen Zeit ist die Lebenswoge dreimal um die sieben Globen gereist und befindet sich nun in ihrem vierten Kreislauf auf Globus D.

   Hier auf der Erde und in diesem vierten Kreislauf wurde vor einigen Millionen Jahren die höchste Dichtigkeit erreicht. Daher führt das Streben jetzt aufwärts zur Bewußtwerdung in feinerer Substanz. Während der dreieinhalb Kreisläufe, die noch bevorstehen, wird der Zustand der Erde nach und nach immer ätherischer werden, und in der nächsten, der Jupiter- periode, wird Globus D wie in der Mondperiode wieder in der Ätherzone schweben, während die anderen Globen ebenfalls entsprechend steigen werden.

   In der Venusperiode werden sie in denselben Welten liegen wie die Globen der Sonnenperiode. Die Globen der Vulkan- periode werden dieselbe Dichtigkeit haben und auch in jenen Welten wie die Globen der Saturnperiode liegen. Das alles zeigt Diagramm 8.

   SEITE 200

   Wenn die Lebenswoge ihr Werk während der Erdperiode vollendet haben wird und die kosmische Nacht, die ihr folgt, vergangen ist, wird sie in sieben Kreisläufen über die Globen der Jupiterperiode wandern. Dann wird wieder die gewöhnliche kosmische Nacht mit ihrer subjektiven Tätigkeit folgen. Danach setzen die sieben Kreisläufe der Venusperiode ein. Ihnen folgt eine neue Rast und schließlich die letzte Periode des gegenwärtigen Entwicklungsplanes, die Vulkanperiode. Auch hier macht die Lebenswoge ihre sieben Kreisläufe. Zum Schluß des siebten Kreislaufes werden alle Globen aufgelöst, und die Lebenswoge wird in der Folge von Gott wieder für eine solche Zeit aufgenommen, die so lange wie die sieben Tätigkeitsperioden dauern wird. Gott selbst taucht dann, während dieser Universal-Nacht der Assimilation und der Vorbereitung für einen anderen großen Tag, im Absoluten unter.

   Andere und noch großartigere Evolutionen werden dann folgen, wir können uns aber nur mit den sieben beschriebenen Perioden befassen.


[ Seite 201 - 232 ]