ein Hacker Story

Gehen wir zurück in die 80er. Im Radio lief Starship, Nik Kershaw und Duran Duran,, im Kino eroberte E.T die Herzen der Zuschauer im Sturm und irgendwo in einem kleinen Dorf träumte ein Junge davon, mal etwas aufregendes zu erleben. Aber wie es mit den kleinen Dörfern so ist, das einzig Aufregende ist die jährliche Dorfkirmes. Klingt nicht besonders toll, oder?? Ich ging zur Hauptschule, hatte 2 oder 3 Freunde (ich meine echte Freunde, solche, mit denen man alles anstellen könnte ohne Angst zu haben, daß sie einen verpfeifen) und war mit meinem Schicksal im ganzen einigermaßen zufrieden (wie zufrieden kann ein pubertierender Teenager schon sein?). Mein Zufriedensheitgrad stieg noch um ein paar Punkte, als ich zu meinem Geburtstag einen Computer geschenkt bekam. Meine Freunde hatten schon lange einen, und nun endlich durfte auch ich mich zu den stolzen Besitzern einer solchen Maschine zählen. Allerdings bekam ich vorerst nur einen C16 von Comodore, und mit diesem war nicht viel anzufangen, da der C64 damals bereits state of the Art war. Da ein neues Gerät nicht in Frage kommen würde, mußte ich mich nach einer anderweitigen Lösung umsehen. Diese bot sich bereits wenige Wochen später, da einer meiner Bekannten seinen C64 verkaufen wollte. Zu meinem Glück hatte ich etwas Geld gespart und schlug sofort zu. Nun konnte ich mit meinen Freunden Games tauschen und selbst ein paar einfache Programm schreiben. Aber irgendwie verlor es schon bald seinen Reiz. Irgendwann hat man das Rätsel von Maniac Mansion gelöst, die Geister von Pac Man besiegt und kennt alle Rennstrecken von Pole Position. Und da ich ein besonders hingebungsvoller Spieler war, trat dieser Effekt bereits nach wenigen Wochen ein. Was also sollte ich tun. Einerseits zog es mich zu dem Computer, andererseits langweilte mich die Software. Ein echtes Dilemma. Gerade als ich mir überlegte, das Gerät wieder zu verkaufen und mir statt dessen ein illegales Funkgerät anzuschaffen, fragte mein Freund, ob ich schon mal ein Game gecrackt hätte. Das sei cool, man würde den Copyschutz umgehen, könnte seinen Namen drunter setzen und es so an viele Leute verteilen, vielleicht auch verkaufen. Der Gedanke reizte mich sofort. Nicht etwa, weil ich Geld verdienen wollte, sondern weil es verboten war. Ja, es war illegal, nicht jeder machte es, kurz, genau das was ich gesucht hatte. Also nahm ich mir ein Game vor und versuchte, es zu kopieren. Es ging ganz einfach, allerdings ließ sich die Kopie nicht starten. Es dauerte 5 Nächte, bis ich einen Weg gefunden hatte, den Copyschutz zu löschen. Stolz schrieb ich in eine leere Programmzeile: cracked by *The Tiger* und gab sie meinen Freunden. Allerdings verlangte ich kein Geld dafür, mich interessierte nur, immer mehr und mehr Games zu knacken. Der Name Tiger fiel mir damals spontan ein. Ich wollte nicht nur cool klingen, sondern es sollte kurz und prägnant sein, einen hohen Erinnerungswert besitzen. Also Tiger. Zu meinem Leidwesen stellte ich aber bald fest, daß auch diese Beschäftigung mit der Zeit an Reiz verliert. Die Softwareindustrie war nicht sonderlich einfallsreich, benutzte immer sogenannte Errorcodes als Schutz, und wenn ich wirklich einen nicht knacken konnte, so baute ich eben eine Schleife ein und umging den Code auf diese Art. Dann aber geschah etwas, daß in meinem Freundeskreis für Aufregung sorgte. T bekam ein Modem! Was heute ganz normal klingt war in den 80ern eine Sensation. Es hatte ein Übertragungsrate von 2400 bps und sah verdammt gut aus. Keiner in unserem Ort hatte so etwas. Stolz führte mich mein Freund in sein Zimmer und zeigte es mir. Viele kleine Lichter blinkten an seiner Oberfläche, und wenn es wählte machte es immer klack, klack, klack. Er setzte sich auf seinen Stuhl, gab eine Nummer ein und sofort stellte sein Computer eine Verbindung her. Mit offenem Mund schaute ich auf den Bildschirm und sah, wie sich kleine Buchstaben formten. Dann war die Sache abgeschlossen und mein Freund hatte Zugang zu einer Mailbox. Sie gehörte zu der Firma, die das Modem auch vertrieb und bot verschiedene Möglichkeiten. Man konnte Informationen abrufen, mit einem Hotlinemitarbeiter sprechen und so weiter. Wow, war das ein Gefühl. Mit anderen Leuten sprechen, und alles per Computer. Besonders gefiel uns jedoch ein Bereich, der sich Pinboard nannte. Dort konnte man sich mit anderen Usern austauschen. Sie hinterließen kleine Nachrichten, man antwortete oder auch nicht. Allerdings ging es meist um irgendwelche technischen Probleme. Ein paar erwachsene hatten sich einen Computer gekauft und wußten nun nicht, wie sie dies oder das machen sollten. Meist stand noch eine Telefonnummer darunter, das war es dann. Leider war diese Box auch die einzige Nummer, die mein Freund kannte. Aber es war besser als nichts, und so wurden wir Stammgäste in dieser Box, lasen die Fragen durch und riefen auch ein paar mal bei Leuten an, um ihnen zu helfen. Wir waren ja brave Buben. An einem Samstag im Mai riefen wir wieder einen an, der Probleme mit seiner Datasette hatte. Aber statt des vertrauten Klingelns bekamen wir einen gräßlichen Ton zu hören, ein paar Bieps und dann nichts mehr. Etwas ratlos schauten wir uns an, bis uns die Erleuchtung kam. Wir hatten einen anderen Computer angewählt. Offenbar hatte der User vergessen, seinen PC abzuschalten, oder er unterhielt auch eine Box. Aus reiner Neugier setzten wir uns hin und ließen das Modem wählen. Nach einer Minute erschien ein Zeichen auf dem Bildschirm, dann ein noch eines und schließlich hatten wir eine Verbindung. Es war sehr aufregend. Wir schrieben etwas hin und wußten nicht, ob der Andere es lesen konnte. Offenbar nicht, denn es kam keine Antwort. War er etwa gar nicht da? T überlegte kurz und schrieb das, was wir ihm hatten sagen wollen, auf den Schirm. Nun konnte er es lesen, wenn er nach Hause kam. Zufrieden beendeten wir die Verbindung. Ein paar Tage später hatte ich Computerunterricht. Da der Lehrer noch nicht da war, unterhielten wir uns über alles mögliche. Einer meiner Mitschüler kam zu mir und meinte: “Wenn Du mir Summergames crackst, bekommst Du einen deutschen Wardialer”. Ich schaute ihn an, sagte aha, okay und damit ließ ich es gut sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nämlich noch keine Ahnung, was ein Wardialer ist. Aber da ich Summergames längst als gercackte Version in meinem Schrank liegen hatte, war es in Ordnung. Am nächsten Tag fand der Diskettenaustausch statt, ich schleppte die Diskette zu meinem Freund und wir schauten nach, was es denn ist. Offenbar wählte dieses Programm 0130-Nummern an, schaute, ob sich ein PC meldete und wenn ja notierte es die Nummer. Jetzt wußten wir auch, woher der Name kam, denn in einem Film (Wargames) benutzte der Hauptdarsteller ein ähnliches Programm. Wir schauten zu, wie der Computer wählte. Dann fand er eine Nummer. Wir unterbrachen das Programm und wählten die gefundene Nummer an. Gleich nach dem ersten Klingeln hatten wir eine Verbindung, ein nettes Bild begrüßte uns und darunter stand: Bitte geben sie ihr Paßwort ein. Die Nummer gehörte zu einer uns völlig unbekannten Firma, wie sollten wir das Codewort wissen? Also gab T einen Namen ein. Und noch einen, noch einen, noch einen. Es klappte nicht. Nach dem dritten Versuch wurden wir rausgeworfen und mußten uns erneut einwählen. Dann versuchte ich ein paar Namen. Ich gab Teddybär ein, nope. Dann Palme. Nope. Dann versuchte ich Tanja (so hieß mein damaliger heimlicher Schwarm). Es machte klack klack, und wir waren drin (Offenbar war Tanja ein sehr beliebter Name). Mein Freund und ich schauten uns an, konnten es nicht glauben. Wir waren soeben in einen fremden Computer eingedrungen. Zugegeben, wir hatten keine Ahnung, was wir da machten, aber es war aufregend. Nun also standen wir in der Eingangshalle, wußten aber nicht, was wir machen konnten. Ich tippte ein O und erhielt: “Unzulässige Anweisung. Geben sie einen Befehl ein oder ein ? für eine Befehlsauflistung.”. T und ich grinsten uns an, gaben das ? ein und erhielten alle wichtigen befehle. Es schien, als habe das Programm nur auf uns gewartet. Vom Empfangsscreen kamen wir mühelos weiter zur Abrechnung, kaufmännischen Abteilung und so weiter. Selbst eine Mitarbeiterliste konnten wir uns ansehen. Wir blieben Stunde um Stunde in dem System, schauten und jeden Winkel an und versuchten alle möglichen Befehle. Es war unbeschreiblich aufregend. Nachdem wir unsere Session beendet hatten, ließ T seinen Computer weitere Nummern suchen. Das Modem wählte die ganze Nacht, und am nächsten morgen hatten er eine kleine Sammlung zusammen. Müßig zu erwähnen, daß wir jede einzelne Nummer testeten. In manche kamen wir rein, in andere nicht. Allerdings boten die meisten eh nur das Übliche, Abrechnungen, Lohnbuchhaltung und so weiter. Nicht sehr aufregend, wenn man es schon kennt. Dennoch wurde und allmählich klar, welche Macht wir hatten. Was, wenn wir einen Mitarbeiter von der Lohnliste streichen würden? Bekäme er dennoch sein Geld? Wir wußten es nicht, hatten auch keine Gelegenheit, es herauszufinden, da wir die meisten Firmen eh nicht kannten. Etwa 3 Wochen nach unserem ersten Erlebnis kam mein Freund aufgeregt zu mir und meinte, er hätte die Nummer eines Black Boards hier in unserer Nähe. Davon hatten wir beide schon gehört. In diesen Boards gab es Nummern, Informationen und Codeworte. Außerdem war alles streng geheim. Um 17.00 wählten wir uns ein, wurden nach einem Zugangswort gefragt, wußten es nicht und flogen raus. Also nächster Anlauf. Der Sysop (System Operator) fragte wieder und ich schreib, daß ich gerne rein möchte. “Wer bist Du?” lautete die nächste Frage. “The Tiger”, schrieb ich. “Der Tiger, der die Games crackt?”. “Ja, genau der”. “Das Paßwort lautet Midnight. Willkommen in meiner Box”. Wir waren drin. Und der Inhalt übertraf all unsere Erwartungen. Wir lernten, wie wir kostenlos telefonieren konnten, was in den Staaten abging und so weiter. Am besten aber war die Liste mit Nummern. Sogar unsere Realschule war vertreten, allerdings ohne Paßwort. Aber das war wohl das kleinste Problem. Wir schauten uns ausgiebig um, hängten ein paar selbstgefundene Nummern dazu und gingen wieder. Da wir in den nächsten Tagen für die Schule lernen mußten, blieb uns keine Zeit, etwas auszuprobieren. Aber das würde schon werden. 3 Tage später fuhren wir im Schulbus nach Hause und wurden, wie schon so oft, von 2 Realschülern geärgert. Diese hielten sich permanent für etwas besseres, weil wir ja “Nur” Hauptschüler waren. Sie verdienten ein Abreibung, keine Frage. Allerdings waren sie älter als wir und bestimmt auch stärker. Wie aber konnten wir uns rächen? Abends saß ich bei T und gab die Nummer der Realschule ein. Es klappte nicht, das Modem konnte keine Verbindung herstellen. Warum wußten wir nicht, aber es war so. Ich grübelte die ganze Nacht, dann hatte ich eine mögliche Erklärung gefunden. Sie benutzten einen anderen PC. Aber welchen? Ein 128er war es nicht, da war ich mir sicher. Schließlich waren der C64 und der 128er kompatibel. Aber was war damals der Traum eines jeden Users? Ein Apple. Die nächste Überlegung lautete: kenne ich einen Apple-Besitzer? Ja, ein bekannter, M, hatte einen. Und nicht nur das, er hatte auch ein Modem. Würde er mitmachen? Vielleicht. M war profilierungssüchtig aber nicht sonderlich beliebt. Eventuell konnte man ihn mit etwas Bauchgepinsele davon überzeugen, daß er uns mal ranlassen würde. Am nächsten Morgen trat ich in Fühlung mit M. Zu meiner Erstaunen lud er mich für Nachmittags ein. Er schien regelrecht froh, daß mal einer an ihm Interesse zeigt. Gemeinsam mit T erschien ich also pünktlich um 17.00 bei M, setzte mich an den Computer und ließ ihn wählen. Dabei stellte ich fest, wie einfach ein Apple zu bedienen war, jedenfalls im Vergleich zu meinem C64. Es machte klack klack, dann wurden wir nach einem Kennwort gefragt. Es hatte geklappt. M schaute etwas ungläubig und schien Angst zu bekommen. Offenbar wurde ihm erst jetzt klar, was wir da vorhatten. Aber er sagte nichts, wohl aus Angst, ausgelacht zu werden. T und ich probierten Paßwort um Paßwort, flogen raus, wählten uns neu ein, aber es klappte nicht. Nach einer halben Stunde mischte sich M ein. “Sorry, aber welche Nummer ist das?” T klärte ihn auf. “Dann versucht doch mal Melissa”. “Warum denn das?”, fragte ich ungeduldig. “Nun, ich kenne die Sekretärin, und ihre Tochter heißt Melissa. Vielleicht...”. Bingo. Zufrieden klopften wir M auf die Schulter, er grinste von einem Ohr zum anderen und T überlegte, wie wir uns effizient rächen konnten. Und standen alle Möglichkeiten offen, wir sahen die Noten, eine Fehl-Liste und so weiter. M schlug vor, ein paar Sechser reinzuhauen sowie viele viele Fehltage einzugeben. Aber ich hatte eine bessere Idee. Würde man unseren Einbruch bemerken und sehen, was wir gemacht hatten, würde man einfach alles wieder in den Urzustand versetzen, ende. Würden wir aber hingegen die Fehlzeiten auf Null setzen, sowie ein paar Noten zum besseren korrigieren, würde der Verdacht automatisch auf unsere Lieblingsfeinde fallen. Wir taten es. Zwei Tage später wurden die Beiden für 2 Wochen vom Unterricht suspendiert. Wir hatten unsere Rache. Zu unserem erstaunen wurde unsere Aktion in den Black Boards diskutiert. Wie es so schnell bekannt wurde, weiß ich bis heute nicht, aber ich lernte damals, daß es in der Hackerszene kaum Geheimnisse gibt. Jedenfalls redete man darüber, fragte sich, wer die Hacker gewesen seien. “Wir waren es”, schrieb ich hin. “Wer ist wir? Wie ist euer handle?”. Ich schaute zu T. Er zuckte mit den Schultern und meinte: “Piff”. Piff war eine Comicfigur, die T unendlich liebte. Es klang zwar nicht besonders toll, aber wenn er es so wollt, bitte schön. Also tippte ich: “Piff, The Ugly Duck und The Night Tiger”. Damit hatten wir unsere Namen. Und nicht nur das, wir waren plötzlich richtige Hacker. Klar, im Grunde waren wir das auch schon vorher, aber jetzt waren wir komplett. Den Namen “The Ugly Duck” suchten wir für M aus, der zu diesem Zeitpunkt noch nichts von seinem Glück ahnte. Von nun an wählten wir uns regelmäßig in das Board ein und merkte, daß wir uns mit dieser einen Aktion Respekt verdient hatten. Sysops anderer Boards schrieben uns private Nachrichten mit der bitte, doch mal in ihrem Board vorbeizuschauen. Plötzlich standen uns alle Türen offen. Gleichzeitig versuchten wir weiterhin, fremde Computer zu Knacken. Diesmal sollte es der PC einer in der Nähe beheimateten Firma sein. Wir wollten mal sehen, was für Resultate wir mit einer Manipulation erzielen konnten. Allerdings brauchten wir dafür wieder die Hilfe von Ugly Duck. Er war hocherfreut, als wir bei ihm auftauchten. Es dauerte genau 45 Minuten, und wir waren drin. Nun löschten wir einen Mann von der Lohnliste und gingen wieder. Ansonsten machten wir an jenem Abend nichts mehr, außer M von seinem neuen Namen zu berichten. Wir erzählten ihm auch von dem Board. Er freute sich wie ein Kind. Endlich gehörte er mal irgendwo dazu. Uns war es recht, denn M war widererwarten recht nett. Eine paar Wochen später wählten wir uns wieder in ein Board ein und merkten, daß die Stimmung dem absoluten Nullpunkt entgegen ging. Der Vater des Sysops hatte kein Gehalt bekommen, darum fiel auch das Taschengeld ins Wasser. Angeblich wären Hacker ins System eingedrungen und hatten die Lohnliste manipuliert. Wir schauten uns an. Mein Gott, es hatte geklappt. Schnell verabschiedeten wir uns und wählten unser Stammboard an. Auch dort hatte die Neuigkeit Runde gemacht, allerdings fanden es die meisten lustig. Wir gaben zu erkennen, das wir es waren, aber zu unserer Überraschung überraschte es kaum einen. Langsam aber sicher schienen wir in die Top Ten zu klettern. In den darauffolgenden Wochen erforschten wir weiterhin fremde Computer und drangen auch in die Netzte der Telekom (die damals ja noch anders hieß) vor. Immer mehr wissen half uns, immer mehr Computer zu cracken. Unsere Namen machten die Runde. Dann eines Abends trafen wir in einem Board einen amerikanischen Hacker. Wir unterhielten uns (so gut wie möglich) über das hacken an sich, über Anschauungen und so weiter. Dann fragte er nach meinem Handle und ich sagte ihm, daß ich Night Tiger sei. Er gab mir seines. Er war ein Mitglied der MOD. Ich war sprachlos. Von der MOD hatten wir alle gehört, es waren legenden, und nun sprach ich mit einem Mitglied. Er wählte sich (illegaler Weise) über eine private Gesellschaft ein, zahlte also keinen Pfennig für die Verbindung nach Germany. Zum Abschied meinte er, wir sollten mal bei ihm vorbeischauen (per Computer versteht sich). Und das taten wir, und zwar hinreichend. Es war ein gutes Gefühl plötzlich international bekannt zu sein, mit Hackern aus Amerika zu sprechen, und auch von ihnen anerkannt zu werden. Was der Chaos Computer Club konnte (dem wir nie beitraten oder auch nur in Kontakt traten, sie waren uns zu öffentlich) konnten wir auch. Wir hatten es geschafft, auf unsere Weise der Langeweile einer ländlichen Gegend zu entgehen. Dann waren die 80er zu Ende, die Musikrichtung wechselte, ich wurde 18, meine Ausbildung stand an und ich zog um. Die Party war zu Ende und Night Tiger ging in Rente. Einmal machte ich es noch, als ich an meinem neuen Wohnort einen Gleichgesinnten ohne große Ahnung traf. Aber es waren über 2 Jahre vergangen, die Systeme haben sich geändert und die alten Boards gab es nicht mehr. Offenbar bin nicht nur ich in Rente gegangen. Außerdem ist es heute viel gefährlicher als damals, es steht viel mehr auf dem Spiel. Aber heiß war es schon. Und irgendwo, tief im Inneren, da ist der alte Funke noch aktiv.

Ende ?