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Die letzen
Worte bei einer UFO-Sichtigung
Quelle: "Geheimnisvolle Welt
der UFO's" von John Spencer
Im Jahre 1978 ereignete sich eine der größten
UFO-Sichtungswellen in der australischen Geschichte. Ein überwiegender
Teil erfolgte im südöstlichen Bereich des Kontinents, besonders
viele Sichtungen gab es im Gebiet der Bass-Straße zwischen Australien
und Tasmanien. Ein Fall -- die Begegnung am 21. Oktober -- hat durch die Aussagen
zahlreicher weiterer Zeugen und durch die Berichte des Hauptbeteiligten besondere
Bedeutung. Unglücklicherweise überlebte der Zeuge die Begegnung
nicht, wie es scheint.
Um 18.19 Uhr stieg der junge australische Pilot Fredrick Valentich in seiner
blauweißen Cessna 182 vom Moorabbin Flughafen in Melbourne auf, um nach
Kings Island, das unmittelbar vor der Küste von victoria liegt, zu fliegen.
Seine Route führte ihn über die Bass-Straße, dem UFO-aktivsten
Bereich um Austra lien.

Frederick Valentich
Genau 6 Minuten und 14 Sekunden nach 19.00 Uhr
richtete Valentich eine folgenschwere Anfrage an den Flugdienst. Valentichs
Funkkennung war DSJ und die des Flugdienstes FS. Die Kommunikation
dauerte über sechs Minuten und beinhaltet wahrscheinlich die letzten
Worte des jungen Piloten. Dies ist die Aufzeichnung des Gesprächs:
19.06:14
DSJ: Melbourne, hier ist Delta Sierra Juliet. Ist irgendein Flugverkehr
unter 1.520 Meter Höhe gemeldet?
FS: Delta Sierra Juliet, nichts bekannt.
DSJ: Delta Sierra Juliet. Mir schon. Unter 1.500 Meter scheint sich ein großes
Flugobjekt zu befinden.
19.06:44
FS: Delta Sierra Juliet, um welchen Flugzeugtyp handelt es sich?
DSJ: Delta Sierra Juliet. Das kann ich nicht sagen. Es hat vier helle... sieht
für mich aus wie Landelichter.
19.07:00
FS: Delta Sierra Juliet.
19.07:31
DSJ: Melbourne, hier ist Delta Sierra Juliet. Das Objekt hat mich eben
überflogen, es war mindestens 300 Meter über mir.
FS: Delta Sierra Juliet, verstanden. Handelt es sich um ein großes Flugobjekt,
können Sie den Typ bestätigen?
DSJ: Ah - unbekannt, was Geschwindigkeit und Flugeigenschaften betrifft. Gibt
es Aktivitäten der Luftwaffe in dieser Gegend?
FS: Delta Sierra Juliet, keine Aktivitäten in diesem Bereich gemeldet.
19.08:18
DSJ: Melbourne, es nähert sich mir von Osten.
FS: Delta Sierra Juliet.
19.08:41
(Die Verbindung bestand für zwei Sekunden, jedoch ohne Kommunikation.)
19.08:48
DSJ: Delta Sierra Juliet. Der Bursche scheint Spiele mit mir zu treiben. Er
ist zwei, dreimal über mich hinweggeflogen, und
das mit einer Geschwindigkeit, die ich nicht einmal schätzen kann.
19.09:00
FS: Delta Sierra Juliet, verstanden, wie ist Ihre momentane Höhe?
DSJ: Meine Flughöhe beträgt 4.500 Fuß: Vier Fünf Null
Null.
FS: Delta Sierra Juliet, Sie bestätigen, daß Sie das Flugobjekt
nicht identifizieren können?
DSJ: Ich bestätige.
FS: Delta Sierra Juliet, verstanden, bleiben Sie dran.
19.09:27
DSJ: Melbourne, es ist kein Flugzeug, es ist... (Kommunikation zwei Sekunden
lang unterbrochen).
19.09:42
FS: Delta Sierra Juliet, können Sie dieses Flugobjekt beschreiben?
DSJ: Delta Sierra Juliet. Beim Vorbeifliegen hat es eine langgestreckte Form
(drei Sekunden lang keine Kommunikation bei aufrechter Verbindung) ... kann
nur sagen, daß seine Geschwindigkeit unglaublich ist... (drei Sekunden
lang keine Kommunikation bei aufrechter Verbindung). Es ist jetzt direkt vor
mir.
19.10:00
FS: Delta Sierra Juliet, verstanden. Wie groß schätzen Sie das
Flugobjekt?
19.10:19
DSJ: Delta Sierra Juliet. Melbourne, es scheint über mir stillzustehen.
Ich umkreise es gerade, und es kreist ebenfalls mit mir. Es
hat ein grünes Licht und sieht metallisch
aus. Seine Außenhülle ist glänzend.
FS: Delta Sierra Juliet.
19.10:46
DSJ: Delta Sierra Juliet (Verbindung ohne Kommunikation fünf Sekunden
lang aufrecht). Es ist eben verschwunden.
FS: Delta Sierra Juliet.
19.11:00
DSJ: Melbourne, haben Sie eine Ahnung, was das für ein Flugobjekt ist?
Handelt es sich um eine militärische Flugmaschine?
FS: Delta Sierra Juliet, bestätigen Sie, daß die Flugmaschine verschwunden
ist.
DSJ: Wiederholen Sie das.
FS: Delta Sierra Juliet, befindet sich das Flugobjekt noch in Ihrer Nähe?
DSJ: Delta Sierra Juliet... (Verbindung zwei Sekunden ohne Kommunikation aufrecht)
... es kommt von Südwesten heran.
FS: Delta Sierra Juliet.
19.11:50
DSJ: Delta Sierra Juliet. Der Motor macht Schwierigkeiten.
Er hustet, kann die Fahrt nicht halten.
FS: Delta Sierra Juliet, verstanden. Was haben Sie vor?
DSJ: Ich versuche nach Kings Island, Melbourne zu kommen. Dieses seltsame
Flugobjekt schwebt schon wieder über mir... (Verbindung zwei Sekunden
ohne Kommunikation aufrecht). Es schwebt, und es ist
kein Flugzeug.
FS: Delta Sierra Juliet.
DSJ: Delta Sierra Juliet. Melbourne (Verbindung besteht bei abgebrochener
Kommunikation noch 17 Sekunden lang weiter).
Es erfolgte keine offizielle Stellungnahme zu
dem seltsamen Geräusch, das plötzlich laut wurde und die letzten
Worte des Piloten abschnitt. Weder von Valentich noch
von seiner blauweißen Cessna 182 wurde jemals wieder etwas gehört
oder gesehen.
Dieser Fall rückte die UFOs ins Licht der Öffentlichkeit, jedenfalls
was die australische Luftwaffe betraf. Ihr war so viel daran gelegen, alles
über die letzten Minuten des Piloten zu erfahren, daß sie sogar
Presseinterviews mit einem der Zeugen forcierte, in der Hoffnung, es könnten
sich daraufhin noch andere Zeugen melden.
Es kam zu weiteren offiziellen Aktivitäten: Die Waldkommission wies Brandwächter
an, nach UFOs Ausschau zu halten, Polizeibeamte verhörten UFO-Zeugen,
und Flugzeugpiloten erhielten die Anweisung, die Flugkontrolle über jedes
ungewöhnliche Objekt am Himmel unverzüglich zu informieren.
Die victorian-UFO-Forschungsgesellschaft VUFORS hat ihren Sitz in Moorabbin,
also direkt am Puls des Geschehens. Eine bessere Ausgangsposition für
eine Untersuchung ist kaum vorstellbar. Entsprechend fruchtbar waren die Ergebnisse:
VUFORS stieß auf nicht weniger als 20 Personen im Gebiet der Bass-Stra
ße, die ein grünes Licht wahrgenommen hatten. Und das zum Zeitpunkt
der Valentich-Begegnung und an der angegebenen Position.
Eine der interessantesten Meldungen stammt
von einem Bankmanager, der mit seiner Frau nahe Melbourne in seinem Wagen
unterwegs gewesen war. Das Ehepaar beobachtete einen grünleuchtenden
riesigen Seestern, der sehr gut das Valentich-UFO gewesen sein könnte.
Mehrere Tage hindurch erhielt VUFORS eine wahre Flut
von Berichten aus der Bass-Straßen-Region. Sie alle sagten aus, daß
sich am Abend von Frederick Valentichs Verschwinden
etwas Unbekanntes am Himmel befunden hatte. Etwas Unbekanntes, das die Zeugen
zwar nicht in Angst oder Sorge versetzte, jedoch seltsam genug gewesen war,
um die Sache zu melden.
Grundsätzlich liegt der Schluß nahe, daß
es sich beim Valentich-Fall nicht um einen Vorgang in der Psyche des Piloten,
sondern um eine tatsächliche Fremdemwirkung gehandelt haben muß.
Es gab Gerüchte über den Verbleib
von Frederick Valentich. Manche davon sind sehr dubios, andere trivial. Eine
Tauchergruppe bot 16 Fotografien der abgestürzten und auf dem Grund der
Bass- Straße liegenden Cessna für 10.000 australische Dollar an.
Obgleich eine Bergungsexpedition in Erwägung gezogen wurde, schreckte
der Kaufpreis die meisten Interessenten ab. Am Ende kam nichts heraus. Man
vermutete schließlich, die ganze Sache sei ein Schwindel.
Laut einer zweiten Version ist Valentich am Leben und arbeitet als Tankwart
in Tasmanien. Geschichten wie diese werden bei vielen medienwirksamen Ereignissen
in die Welt gesetzt. Sie liegen auf der Ebene jener Legenden, die sich um
einen im verborgenen lebenden Elvis Presley ranken. In Wahrheit dürfte
das Schicksal von Frederick Valentich mit großer Wahrscheinlichkeit
niemandem bekannt sein.
Das weitere Verhalten der offiziellen Stellen läßt Vertuschung
vermuten. Bill Chalker, der Zugang zu den UFO-Akten der Luftwaffe erhalten
hatte, konnte nichts über Valentich in den Unterlagen finden. Man erklärte
ihm, das sei so, weil es sich hier um die Untersuchung eines Luftfahrtunfalls
und nicht um einen UFO-Fall handle. Der Einblick in solche Unterlagen wäre
Chalker nicht gestattet worden. Die Untersuchung enthält zwei Punkte,
die den Fall unmißverständlich abschließen, zumindest offiziell:
1. Grad der Verletzung - ,,Tod wird angenommen".
2. Vermutung der Unfallsursache - ,,Der Grund für das Verschwinden des
Flugzeugs konnte nicht festgestellt werden."

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