Maxine, die größenwahnsinnige BieneEine Fabel für genmanipulierte ZeitenSie war zu Gedankengängen fähig, zu denen die anderen Bienen nicht fähig waren, und das verdankte sie unter anderem ihrem etwas größeren Gehirnvolumen, das aber recht gut zu ihrem sonst etwas übergroßen Körper paßte..Bis zu einem Alter von 3 Monaten verlief alles normal und sie führte ein unauffälliges Leben der betriebsamen Emsigkeit. Eines Tages jedoch dämmerte ihr eine Frage, die sie nicht mehr loslassen wollte. Wie konnte es mit dem Lauf der Welt zu vereinbaren sein, daß sie, Maxine, eine einfache Arbeitsbiene war und irgendeine andere Biene die Königin, von der es nur eine gab, und die nie arbeiten mußte und die samt Brut von den anderen umsorgt und betätschelt wurde ? Ihre Unzufriedenheit über diesen Sachverhalt ließ ihr keine Ruhe mehr und alsbald hörte sie auf, Nektar für das Volk zu sammeln und in das Nest zurückzubringen. Stattdessen sammelte sie nur noch so viel, wie sie für ihre eigene Ernährung brauchte. Ihre Tage verbrachte sie zumeist an einem schattigen Ort auf einer Kiefer, wo sie wußte, daß die anderen Bienen sie nicht stören würden. Die Königin zu vernichten und an ihre Stelle zu treten war das einzige Belangen, das ihr in den Sinn kam. Sie schaffte es, in das direkte Umfeld der Königin rekrutiert zu werden, wo sie für die Verteilung der Königsspeise zuständig war. Es ging ihr nicht aus dem Kopf, daß sie selber eine Königin wäre, wenn sie nur in ihrer Jugend diese Nahrung erhalten hätte, zu der sie jetzt freien Zugang hatte. Unerlaubterweise bediente sie sich großzügig von dieser für die königlichen Larven gedachte Speise, aber das machte in ihrem Alter keinen Unterschied mehr, und so mußte sie nach ein paar Wochen einsehen, daß dieser Plan in eine Sackgasse führte. In einem Moment der überquellenden Frustration fing sie an, die Larven der Königin mit ihren Beißorganen zu malträtieren, aber bevor sie allzu großen Schaden anrichten konnte, wurde sie entdeckt und kam nur selber mit größter Not mit dem Leben davon. Auf ihrem Kieferast sitzend und sich von den Bissen der Arbeiterinnen erholend, schloß sie den Beschluß, daß sie ohne Verbündete ihr Ziel nicht erreichen konnte. Daß sie weiterhin noch Zugang zu dem Nest hatte, verdankte sie dem Umstand, daß sie persönlich nur ihren direkten Zellennachbarinnen bekannt war und so gelang sie mit der Schar fleissiger Bienen unbehelligt in ihre Zelle.. Noch an dem selben Abend versuchte Sie herauszufinden, wie Dina, eine ihrer Zellennachbarinnen, über diese Dinge dachte. "Dina", sagte sie, "findest du es nicht komisch, daß wir den ganzen Tag nur arbeiten müssen, während andere Bienen überhaupt nichts tun und sich von unserem Nektar ernähren ?" "Was meinst du denn, Maxine", hakte Dina nach, "die Drohnen haben wir doch schon längst vernichtet !" "Ich denke jetzt gar nicht an die Drohnen",erwiderte Maxine," sondern an die Königin und ihre Brut". Dina sah sie mit einem ungläubigen Ausdruck in den Augen an. Für sie war dieser Gedankengang nicht nachvollziehbar. Für sie gab es keine größere Befriedigung, als den ganzen Tag Nektar für das Volk zu sammeln und sie vermochte sich nicht vorzustellen, wie es anders sein konnte. "Ich verstehe immer noch nicht, was du meinst, Maxine, der einzige Zweck unseres Lebens ist es, für die Königin Nektar zu sammeln, damit wir auch nächstes Jahr einen Bienenschwarm haben können." Maxine machte einen letzten Versuch:"Ja, aber hättest du nicht Lust, selber diejenige zu sein, die von den anderen bedient wird, anstatt dieser widerwärtigen, fetten Wanze ?" Das hätte sie lieber nicht sagen sollen, denn obwohl Dina immer noch keine Ahnung hatte, worauf Maxine hinaus wollte, spürte sie ganz genau, daß hier etwas sehr Falsches vor sich ging. Plötzlich fielen ihr auch die Schrammen und Bisswunden an Maxines Körper auf. Ohne viel nachzudenken, blies sie Alarm und griff Maxine an. Maxine jedoch war stärker, tötete Dina mit einem geschickt plazierten Biss in den Kopf und floh aus dem Bau, an den herbeigerufenen Soldatinnen vorbei, wie sie es schon einmal an diesem Tag gemacht hatte. Die Nacht verbrachte sie auf ihrer Kiefer,und obwohl sie etwas fror, überlebte sie die Strapazen, da sie sich bereits früher ein kleines Nest zurechtgemacht hatte. In ihre eigene Zelle konnte sie nicht mehr zurück, fremde Zellen waren ihr auch verwehrt. So lebte sie nun eine Woche in Verbannung und dachte viel darüber nach, wie sie wohl ihr Ziel erreichen könnte. Es schien vollkomen aussichtslos zu sein, denn der Bereich der Königin war ihr unerreichbar, weil die dortigen Arbeiterinnen sie sofort wiedererkennen würden. Aber Maxine wäre eben nicht Maxine und nicht die Heldin dieser Geschichte, wenn ihr nicht doch noch etwas eingefallen wäre. Undzwar würde sie die Nektarsammlerinnen in die Irre führen. Und so geschah es auch. Maxine begab sich in das Nest zurück, mit einer Kostprobe des feinsten Akaziennektars und sie vollführte ihren Schwänzeltanz, mit dem sie die Koordinaten der Fundstelle weitergab. Damit beförderte sie eine ganze Schar von Arbeiterinnen mitten auf einen großen See, der außerdem noch sehr weit vom Nest entfernt lag. Die meisten der Sammlerinnen schwirrten mindestens eine halbe Stunde über dem Wasser herum, bevor sie ihre Suche aufgaben. Viele ertranken auch, weil sie den kilometerlangen Weg zum Ufer zurück nicht mehr verkrafteten. Der Rest schaffte es aber nicht mehr bis zum Einbruch der Dunkelheit nach Hause und erfror so im Freien. Maxine war vom Erfolg ihres Plans begeistert und wiederholte die Sache gleich am nächsten Morgen und dann etliche Male noch am selben Tag. Ein paar Mal wurde sie von ehemaligen Zellennachbarinnen wiedererkannt, aber das konnte ihren Eifer nicht vermindern, es gelang ihr sogar gelegentlich, eine dieser Nervensägen zu töten. So ging das Tag für Tag und nach und nach lichtete sich das Heer der Arbeiterinnen, bis es schließlich zu einem Nahrungsengpaß kam. Die Königin ließ ihre Beraterinnen kommen und besprach die Notlage mit diesen. Eine sagte: "Das liegt am Wetter, Eure Majestät, es ist außerordentlich kühl dieses Jahr". Eine andere meinte:"Quatsch, du bist eine dumme Kuh. Es ist gar nicht so kalt und außerdem lief ja alles bestens bis vor einer Woche. Das Problem liegt eindeutig in der fakultativen Administration der kumulativen Präkonvaleszenzfaktoren der obstatischen Subparameter". Eine Dritte sagte:"Hm, das ist eine sehr interessante Theorie, Frau Kollegin, aber vielleicht ist es eben doch ein Feind, wie zum Beispiel diese zweibeinigen Stinker, denen wir ab und zu begegnen." Und die Diskussion ging dann stundenlang so weiter, während Maxine auch weiterhin ihre Artgenossinnnen mitten auf den entfernten See schickte. Selbst solche, die diesen Ausflug bereits einmal überlebt hatten, begaben sich erneut auf die lange Reise, weil ihr Denkvermögen die Möglichkeit eines Irrtums oder gar einer Lüge ausschloß. Nach nur zwei Wochen war die Katastrophe da. Die paar Bienen, die noch übrig geblieben waren, hatten größte Mühe, sich selber zu ernähren und die Königin und ihre Brut zehrten an den letzten Vorräten. Am Ende waren so wenige Bienen übrig , daß es sich nicht mehr lohnte, für diese zu tanzen und Maxine fing an, sie einzeln zu töten. Sie hatte bereits große Übung mit ihrem todbringenden Biß und keine der geschwächten Bienen konnte ihr genügend Widerstand leisten. Als gar keine Arbeiterinnen oder Soldatinnen mehr übrig waren, wartete Maxine ein paar Tage und begab sich mit vorsichtigen Schritten in die Richtung der königlichen Zellen. Alles war leise und tot. Maxine fand verschrumpelte und modernde Larven und eine erstarrte Königinsleiche. "Na, du Hosenscheisserin", sagte Maxine, "jetzt siehst du, was du davon hast. Ich wußte immer schon, daß ich besser bin, als du". Dann kam der Herbst und schließlich der Winter und bedeckte alles mit schneeweißem Schnee. Und die Moral von der Geschicht´ ? Lese amateurhaft geschriebene Fabeln im Internet nicht. Quelle Copyrigt by Gabor K.
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